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Ärger wegen Sperrung des Klosterhauses

Ärger wegen Sperrung des Klosterhauses

Seit Montag ist das Nerother Haus auf dem Klosterberg gesperrt. Das sorgt in Wörschweiler für helle Aufregung. Eine schnelle Lösung scheint derzeit nicht in Sicht. Jetzt ist die Stiftung der Klosterruine gefragt.

Der Konflikt um die Sperrung des Nerother Hauses an der Klosterruine Wörschweiler dauert an. Die die Homburger Stadtverwaltung hatte das Gebäude Anfang der Woche, zwei Tage vor dem Weinfest an der Ruine, gesperrt (wir berichteten) Die Positionen des Streits scheinen dabei derzeit wenig vereinbar.

So bezweifelt Wörschweilers Ortsvorsteher Reinhold Nesselberger nachdrücklich die vom Bauamt der Stadt festgestellte unmittelbare Einsturzgefahr des Hauses. Oberbürgermeister Karlheinz Schöner weist seinerseits unter anderem auf eine erste bauliche Einschätzung des Gebäudezustandes vom Dezember 2010 als Impuls für die jetzige Sperrung hin. Damals hatte nach einem Wassereinbruch der zuständige Statiker der Bauverwaltung einige Schäden am Gebäude und einem Anbau schriftlich festgehalten - unsere Zeitung hatte Einblick in eine entsprechende Aktennotiz. In diesem Schriftstück findet sich allerdings kein Hinweis auf eine unmittelbare Gefahr. Dies schienen zumindest auch Teile der Stadtverwaltung so zu beurteilen - immerhin fanden noch im Sommer 2013 Veranstaltungen des städtischen Kulturamtes an der Klosterruine statt, unter offensichtlicher Nutzung des Nerother Hauses.

Auch unklar ist die Kommunikation zwischen Nesselberger und Schöner. Bestreitet der OB, dass es zwischen ihm und dem Ortsvorsteher einen Streit gebe, "wir haben in dieser Sache noch gar nicht miteinander gesprochen", so verweist Nesselberger auf eine bislang unbeantwortete E-Mail an Schöner - abgeschickt am Tag der Anordnung, dem 30. September.

So oder so, das frühere Klosterhaus ist nun gesperrt. Ein großer Bauzaun riegelt das Gebäude weiträumig und bis in den Bereich der eigentlichen Klosterruine ab. Nun soll Klaus Kell, der Leiter des Amtes für Kultur und Tourismus der Stadt, ein Konzept für die Sanierung ausarbeiten. Schöner: "In Kürze werde ich das Gremium der Stiftung einberufen und über die weitere Vorgehensweise beraten."

Das scheint dringend nötig, denn Reinhold Nesselberger ist nach wie vor erbost über die Entscheidung der Stadt. Und er äußerte erneut den Verdacht, es könne sich bei dem aus seiner Sicht unangemessenen Schritt um eine Revanche für seine öffentliche Kritik an den Windpark-Plänen auf dem "Weißen Trisch" handeln. In der Sache Klosterhaus selbst berief sich Nesselberger auf Fachleute, die er zu Rate gezogen habe. Diese hätten ihm versichert, dass keine unmittelbare Einsturzgefahr bestehe. Für die Arbeit des Fördervereins sieht er angesichts der aktuellen Situation eher schwarz. "So wie es aussieht, können wir unseren Weihnachtsmarkt an der Klosterruine am 1. Dezember wohl nicht durchführen."

Unterdessen hat sich nun auch Homburgs Kulturbeigeordneter Raimund Konrad (CDU) zu Wort gemeldet. "In Absprache mit meiner Stadtratsfraktion fordere ich eine Rückkehr zur Sachlichkeit. Auch fordern wir die Stiftung dazu auf, ein unabhängiges Gutachten anfertigen zu lassen." Es gehe, so Konrad, dann um eine schnelle Lösung, "denn das jetzige Bild der Klosterruine kann man so nicht lassen". Ziel müsse eine Perspektive für eine substanzielle Nutzung des Nerother Hauses sein, fordert der städtische Beigeordnete.