1. Saarland

Ärger über Container

Ärger über Container

Bei SZ-Leser Peter Tenten aus Saarlouis stand eines Tages plötzlich ein Kleider-Sammelcontainer auf dem Grundstück. Das Ordnungsamt Saarlouis weiß: Manche gewerbliche Sammler umgehen die Regeln.

Wer alte Kleidung spenden möchte, hat die Wahl zwischen Sammelcontainern verschiedener Hilfsorganisationen. Die Kleidung wird verkauft, das Geld kommt karitativen Zwecken zugute. Einige Container gehören allerdings Firmen, die Altkleider sammeln, um damit Geld zu verdienen. Das ist grundsätzlich erlaubt. Jedoch muss beim Eigentümer des Grundstücks eine Genehmigung erfragt werden.

Peter Tenten aus Saarlouis fand einen solchen Container auf seinem Grundstück. "Ich kam vom Einkaufen und habe nicht mitbekommen, als er abgestellt wurde", sagt Tenten. "Das ist auch kein kleines Ding, sondern zwei Meter hoch und einen Meter breit und tief."

Nach dem saarländischen Sammlungsgesetz muss jeder, der öffentlich etwas sammelt, ob für gewerbliche oder karitative Zwecke und ganz gleich ob Geld, Kleidung, Lebensmittel oder sonstiges, zunächst eine Sammelerlaubnis beantragen. "Auf öffentlichen Plätzen haben im Kreis Saarlouis nur das Deutsche Rote Kreuz, die Arbeiterwohlfahrt und der Malteser-Hilfsdienst eine solche Erlaubnis und sonst niemand", sagt der Leiter des Ordnungsamtes Saarlouis, Jürgen Theobald. In den vergangenen Monaten habe es dennoch häufiger Fälle von nicht genehmigten Kleider-Sammelcontainern im Kreis Saarlouis gegeben, immer auf Privatgelände. "Die Firma war so clever, ihre Container niemals auf Straßen, Gehwegen oder Parkplätzen abzustellen", sagt Theobald, "denn dort würden sie nach der Straßenverkehrsordnung als Hindernis gelten und unmittelbar nach dem Abstellen wieder entfernt." Auch auf öffentlichen Plätzen hat das Ordnungsamt das Recht, alles unerlaubt Abgestellte zu entfernen und zu beschlagnahmen.

"Diese Firmen wissen genau, dass eine Behörde auf Privatgelände nicht einschreiten darf", sagt Theobald, "deshalb stellen sie die da ab. Diese Container stehen da Monate und Jahre, wenn sich niemand beklagt." Auf seinem Grundstück hatte Tenten keinen Container genehmigt, und Theobald weiß: Die Firma hat auch bei der Stadt Saarlouis nie einen Antrag für ihre Container gestellt.

Laut Angaben auf den Containern gehören die Behälter der Textilverbund AG Frankfurt. Wer die dazugehörige Telefonnummer wählt, landet bei einem automatischen Anrufbeantworter. Eine Sprachnachricht hat keine Folgen. Hinter der AG Textilverbund steht die Firma Bicker aus Marburg. Auch dort meldet sich niemand auf Nachrichten auf dem Anrufbeantworter. Schriftlich, per Einschreiben, hatte Tenten der Firma schließlich eine Frist gesetzt, bis wann sie ihren Container wieder zu entfernen habe. Als daraufhin nichts passierte, hat er den Container dem DRK übergeben.

Grundsätzlich spende auch Tenten Textilien, sagt er, bevorzugt an die Hilfsdienste. "Hätten sie gefragt und das angemeldet, wäre das alles mit Recht und Gesetz zugegangen, hätte ich vielleicht noch nicht einmal nein gesagt", sagt Tenten. "Aber diese Firmen umgehen das Gesetz und verschaffen sich so einen Vorteil gegenüber denjenigen, die die Regeln befolgen und ihre Container anmelden."

Wer seine Altkleider in sicheren Händen wissen will, kann sie auch Sozialkaufhäusern spenden, in Saarlouis gibt es etwa S' Kaufhaus in der Pavillonstraße.

Den Tipp für diesen Artikel bekamen wir von SZ-Leser-Reporter Peter Tenten aus Saarlouis. Haben auch Sie Spannendes zu berichten oder besondere Fotos gemacht? Dann schicken Sie uns alles: Sprachnachricht, SMS/Fax oder MMS mit Foto an Telefon (06 81) 5 95 98 00, E-Mails an leser-reporter@sol.de.