Ärger an der Ampel

Ärger an der Ampel

Saarbrücken. "Diese Ampelschaltungen gefährden täglich viele Schüler", steht für eine SZ-Leserin, die lieber anonym bleiben möchte, fest. In der Hohenzollernstraße und in den umliegenden Straßen in Alt-Saarbrücken gebe es gleich mehrere Ampeln mit einer so genannten Parallel-Grün-Schaltung. Das heißt: Fußgänger und abbiegende Autofahrer haben gleichzeitig grün

Saarbrücken. "Diese Ampelschaltungen gefährden täglich viele Schüler", steht für eine SZ-Leserin, die lieber anonym bleiben möchte, fest. In der Hohenzollernstraße und in den umliegenden Straßen in Alt-Saarbrücken gebe es gleich mehrere Ampeln mit einer so genannten Parallel-Grün-Schaltung. Das heißt: Fußgänger und abbiegende Autofahrer haben gleichzeitig grün. "Leider sind viele Verkehrsteilnehmer total rücksichtslos und brettern mit Vollgas um die Kurve", erklärt die Lehrerin. Oft müssten die Fußgänger regelrecht zur Seite springen, um nicht von einem Auto erfasst zu werden. Schon mehrfach habe es dabei fast Unfälle gegeben, berichtet sie aus ihren Beobachtungen."Die Polizei scheint das Problem wohl leider nicht zu interessieren", meint die SZ-Leserin weiter. Zumindest sei den mehrfachen Bitten ihres Kollegiums, die Situation zu überprüfen, nicht nachgegangen worden. "Muss denn immer erst etwas Schlimmes passieren, bevor etwas unternommen wird?", fragt sie und ergänzt: "Und was ist mit älteren Fußgängern, die nicht mehr rechtzeitig ausweichen können?" Zumal es in Saarbrücken noch weitere "gefährliche Kreuzungen" mit Parallel-Grün geben würde.

"Die Ampelschaltung hat sich bundesweit durchgesetzt und wird in den meisten Städten praktiziert", entgegnet Stadtsprecher Thomas Blug. In Saarbrücken sei die Entscheidung darüber bereits vor über 25 Jahren getroffen worden. Mittlerweile seien alle Ampeln umgestellt. Ein so genanntes "Rundumgrün", bei dem den Fußgänger eine eigene Phase geschaltet wird, gebe es dagegen nicht mehr. Durch die Schaltung könne in der gleichen Zeit mehr Verkehr fließen.

Die Signale würden regelmäßig im Rahmen von Verkehrsbeobachtungen überprüft, die vom Straßenamt, dem Stadtplanungsamt und der Polizei durchgeführt würden, erklärt der Sprecher, "dabei werden zum Teil auch Bürger beteiligt". Weitere Beschwerden zu dem von der SZ-Leserin erwähnten Sachverhalt sind ihm nicht bekannt.

Bernd Brutscher, Verkehrsexperte der saarländischen Polizei, wollte nicht ausschließen, dass es durch die Parallel-Grün-Schaltung hin und wieder zu Unfällen komme. Eine Statistik darüber liege ihm allerdings nicht vor. Denn es gebe keine Suchfunktion, diese Unfallursache aus den Meldungen herauszufiltern: "Sie fallen nur auf, wenn es eine Unfallhäufung gibt", erklärt Brutscher.

Die Parallel-Grün-Regelung sei bundesweit deutlich früher als im Saarland eingeführt worden. Der Grund dafür wäre gewesen, dass die Kreuzungen in der Region in der Regel weniger stark ausgelastet waren als im Bundesdurchschnitt, sagt der erste Polizeihauptkommissar.

Er rät Bürgern, die immer wieder kritische Situationen an bestimmten Örtlichkeiten beobachten, diese den Ordnungshütern zu melden. Die Polizei könne dann die Lage vor Ort überprüfen und gegebenenfalls Maßnahmen einleiten: "Der Verkehr ist lebendig", gibt Brutscher zu bedenken. Die aktuelle Situation sei nicht mehr mit der vor 30 Jahren vergleichbar.

Den Tipp für diesen Artikel bekamen wir von einer SZ-Leser-Reporterin, die anonym bleiben möchte. Wenn Sie auch Interessantes zu erzählen haben, wenden Sie sich per SMS/Fax an Tel. (06 81) 5 95 98 00 oder Mail an: leserreporter@sol.de.