1. Saarland

Ackermann räumt "gravierende Fehler" ein

Ackermann räumt "gravierende Fehler" ein

Trier/Saarbrücken. Der Missbrauchsbeauftragte der katholischen Kirche, der Trierer Bischof Stephan Ackermann, hat "gravierende Fehler" bei der Aufarbeitung eines Missbrauchsfalls in seinem eigenen Bistum eingeräumt. In einem gestern veröffentlichten Offenen Brief räumte Ackermann ein, einen Priester aus Saarbrücken-Burbach nicht beurlaubt zu haben

Trier/Saarbrücken. Der Missbrauchsbeauftragte der katholischen Kirche, der Trierer Bischof Stephan Ackermann, hat "gravierende Fehler" bei der Aufarbeitung eines Missbrauchsfalls in seinem eigenen Bistum eingeräumt. In einem gestern veröffentlichten Offenen Brief räumte Ackermann ein, einen Priester aus Saarbrücken-Burbach nicht beurlaubt zu haben. "Wir haben die in den so genannten Leitlinien formulierten Vorgaben nicht so konsequent umgesetzt, wie wir das hätten tun sollen", bedauerte Ackermann.Der Priester aus dem Saarbrücker Stadtteil Burbach, der seit September im Ruhestand ist, hat eingeräumt, in den 1980er Jahren sexuelle Kontakte zu zwei Messdienerinnen gehabt zu haben (wir berichteten). Ackermann räumte jetzt ein, der Mann hätte bereits im Januar beurlaubt werden müssen, als die ersten Hinweise gegen den Priester aufgetaucht seien. Er verwies darauf, dass der Priester bei einem Überfall auf sein Pfarrhaus am Heiligen Abend vor einem Jahr schwer verletzt worden und seitdem offiziell nicht wieder in den aktiven Dienst zurückgekehrt sei. Sein Gesundheitszustand habe sich aber bis April so gebessert, dass er wieder an Messen und im Juni an einer Kindergarten-Eröffnung teilnahm.

Ackermann kündigte an, Lehren aus den begangenen Fehlern zu ziehen. An personelle Konsequenzen sei aber nicht gedacht, sagte Bischofssprecher Stephan Kronenburg dem "Trierischen Volksfreund". Ob die vor drei Wochen bekannt gewordenen Missbrauchsfälle Auswirkungen auf die Zahl der Kirchenaustritte haben, ist nicht bekannt. Laut Kronenburg gibt das Bistum selbst keine Austrittszahlen mehr bekannt. Stattdessen sollen die Austrittszahlen aller 27 deutschen Bistümer einmal jährlich von der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlicht werden. Wann das sein wird, ist allerdings noch offen. dpa/sey