Ackermann entschuldigt sich für Fehler

Ackermann entschuldigt sich für Fehler

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hat im Streit mit der Köllerbacher Pfarrei um den Umgang mit dem früheren Pfarrer Guido Johannes Ittmann Fehler der Bistumsleitung eingeräumt und sich dafür entschuldigt.

Der Streit zwischen dem Bistum Trier und den Laiengremien der Köllerbacher Herz-Jesu-Gemeinde um den Umgang mit dem früheren Pfarrer Guido Johannes Ittmann ist durch eine gemeinsame Erklärung beider Seiten entschärft worden, die im aktuellen Pfarrbrief veröffentlicht wurde. Darin wird klargestellt, dass Ittmann entgegen anderslautenden Gerüchten nicht in Sexualstraftaten verwickelt war und zu keiner Zeit deshalb vom Dienst suspendiert worden ist. Pfarrgemeinderat und Verwaltungsrat der Gemeinde hatten eine entsprechende Klarstellung seit rund zwei Jahren vom Bistum verlangt. Die jetzige gemeinsame Erklärung ist vom Trierer Bischof Stephan Ackermann und Vertretern der Laiengremien unterschrieben.

Die Laiengremien hatten in einem früheren Pfarrbrief vom Juli 2012 die Bistumsleitung und den von dieser eingesetzten Pfarrverwalter Hans Maria Thul gerügt. Diese hätten den Pfarrgemeinderat und den Verwaltungsrat nach dem Weggang von Ittmann nicht genug unterstützt und die Veröffentlichung von Dankesworten an Ittmann unterbunden. Bereits vor dessen Amtsverzicht habe das Bistum einen "runden Tisch" zur Entschärfung des Konflikts zwischen Ittmann und dem damaligen Völklinger Dechanten Klaus Leist abgelehnt. Darüber hinaus habe es die Gemeindereferentin Therese Thewes gegen den Willen der Laiengremien versetzt. Ackermann wurde zudem vorgeworfen, "zahlreiche" Briefe zu Missständen in der Gemeinde nicht beantwortet zu haben.

Ittmann hatte vor drei Jahren Missbrauchsfälle angezeigt und daraufhin eine Serie von Drohbriefen erhalten, die nach seinen Angaben einen "eindeutigen Bezug zu den Missbrauchsfällen" hatten. Später gingen in der Gemeinde zudem Gerüchte um, Ittmann habe sich bei einer früheren Tätigkeit in der Jugendseelsorge in Berlin etwas zu Schulden kommen lassen. Ittmann warf dem heute in St. Wendel als Pfarrer tätigen Leist vor, diese Gerüchte selbst gestreut zu haben.

Ittmann verließ an Ostern 2011 fluchtartig seine Gemeinde und begab sich sich in ärztliche Behandlung. Heute ist er in Nordrhein-Westfalen tätig. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Leist wegen des Verdachts, Drohbriefe an Ittmann selbst verfasst zu haben, wurden ergebnislos eingestellt. Im aktuellen, vom Bischof unterzeichneten Pfarrbrief heißt es dazu: "Bis heute konnte nicht bewiesen werden, wer die Drohbriefe geschrieben hat."

Leist hatte die von Ittmann angezeigten Missbrauchsvorwürfe seinerzeit als "Gerüchte" bezeichnet, die sich nicht erhärtet hätten. Tatsächlich hatte aber ein Opfer die Vorwürfe im Zuge staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen bestätigt. Allerdings wurde das Verfahren später aus Verjährungsgründen eingestellt.

In der jetzigen Erklärung des Bischofs und der Laiengremien wird festgestellt, dass "Fehler passiert sind, sowohl vor Ort als auch von Seiten des Bistums". Wörtlich heißt es darin: "Sowohl die Bistumsleitung als auch die Verantwortlichen vor Ort entschuldigen sich für die Fehler, die sie zu verantworten haben."

Die Erklärung enthält pikanterweise einen Zusatz, der nur von den Laien, nicht jedoch von Ackermann unterzeichnet wurde. Darin wird Ittmann und "engagierten Mitgliedern" der Pfarrei für ihre Arbeit "in schwieriger Zeit" gedankt. Das Bistum wollte gestern auf SZ-Anfrage nicht erläutern, warum der Bischof das nicht unterschrieben hat.

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