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Abwehrfehler und ein böser Finger

Abwehrfehler und ein böser Finger

Neunkirchen. Im Fußball-Oberligaspiel zwischen Borussia Neunkirchen und dem SC Hauenstein ging es am vergangenen Samstagnachmittag eigentlich um nichts mehr. Beide Mannschaften stehen im gesicherten Tabellen-Niemandsland und spielen höchstens noch um die berühmte "goldene Ananas". Dennoch gab es mit dem SC Hauenstein einen klaren Sieger

Neunkirchen. Im Fußball-Oberligaspiel zwischen Borussia Neunkirchen und dem SC Hauenstein ging es am vergangenen Samstagnachmittag eigentlich um nichts mehr. Beide Mannschaften stehen im gesicherten Tabellen-Niemandsland und spielen höchstens noch um die berühmte "goldene Ananas". Dennoch gab es mit dem SC Hauenstein einen klaren Sieger. Mit 4:1 (0:0) gewann die Mannschaft des Trainer-Duos Heiko Magin und Rudi Benkler vor offiziell 200 Zuschauern im Ellenfeldstadion gegen die Borussia.

Doppelschlag der Gäste

"Es ist schon bitter, wenn du den hart erarbeiteten Vorsprung durch einen individuellen Fehler wieder hergibst", sagte Neunkirchens spürbar gefrusteter Trainer Catalin Racanel nach dem Spiel und meinte damit den entscheidenden Doppelschlag der Gäste aus der Pfalz. Nachdem Deniz Siga die Heimelf nur eine Minute nach Wiederanpfiff per verwandeltem Handelfmeter in Führung schoss (46. Minute), erlaubte sich Borussias Schlussmann Sanel Boric einen folgenschweren Fehler. Einen eher ungefährlichen Zwölf-Meter-Schuss des Hauensteiners Julian Scharfenberger konnte er nur eine Minute später nicht festhalten, woraufhin dieser ins Tor trudelte. Gerade einmal vier Minuten später drehte SCH-Akteur Michael Emrich das Ergebnis, als er die 2:1-Gästeführung erzielte.

"Wir haben danach weiter nach vorne gespielt und uns auch Chancen erarbeitet. Aber im Fußball ist es dann nun mal so, dass du ausgekontert wirst, wenn du vorne die Tore nicht machst", beschrieb Catalin Racanel den weiteren Spielverlauf und meinte: "Die sind vier Mal vors Tor gekommen und haben vier Mal getroffen. Wir haben heute hinten einfach nicht gut gestanden." Die beiden Tore zum 4:1-Endstand erzielten Christian Stamer (78.) und Max Knorn (86., Foulelfmeter).

Dass sich Deniz Siga in die Torschützenliste eintragen konnte, hatte einen nichtsportlichen Grund. Der Stürmer wurde in der Halbzeit für Nazif Hajdarovic eingewechselt, dem noch in der Pause des Spiels fristlos gekündigt wurde. "Ich habe dem Publikum, das mich in der ersten Hälfte beschimpft hat, den Stinkefinger gezeigt", klärte Nazif Hajdarovic auf: "Ich habe einen Fehler gemacht, für den ich mich bei den Zuschauern entschuldigen möchte."

Die Entscheidung, den 27-Jährigen, der in der kommenden Saison für den Ligakonkurrenten FK Pirmasens spielen wird, daraufhin zu kündigen, begründete Borussen-Pressesprecher Roland Eich wie folgt: "So etwas geht einfach nicht. Das war vereinsschädigend."

borussia-neunkirchen.de