Abschied nach 25 Jahren

St. Wendel. "Ich sollte damals drei Wochen den Chefarzt der Inneren Medizin am Marienkrankenhaus vertreten." Geworden sind daraus 25 Jahre, die Dr. Hans Jürgen Schönenberger schließlich an der St. Wendeler Klinik verbrachte

 25 Jahre arbeiteten sie gemeinsam in der Inneren Medizin: Hans Jürgen Schönenberger (links) und Ernst-Willi Theobald. Foto: Oertel

25 Jahre arbeiteten sie gemeinsam in der Inneren Medizin: Hans Jürgen Schönenberger (links) und Ernst-Willi Theobald. Foto: Oertel

St. Wendel. "Ich sollte damals drei Wochen den Chefarzt der Inneren Medizin am Marienkrankenhaus vertreten." Geworden sind daraus 25 Jahre, die Dr. Hans Jürgen Schönenberger schließlich an der St. Wendeler Klinik verbrachte. Mit einem Festakt wurden der Chefarzt der Inneren Medizin und ärztliche Direktor nun in den verdienten Ruhestand verabschiedet und seine Nachfolger ins Amt eingeführt. Die innere Medizin leitet seit Januar Dr. Ernst-Willi Theobald. Neuer ärztlicher Direktor wird Dr. Uwe Kröninger, der Leiter der Allgemeinchirurgie, wie beim Festakt bekannt wurde.Bei der Veranstaltung im Marienkrankenhaus, zu der viele Angestellte, niedergelassene Ärzte und Kollegen aus anderen Kliniken gekommen waren, überreichte der St. Wendeler Bürgermeister Klaus Bouillon dem scheidenden Chefarzt einen gerahmten Zeitungsartikel von 1987. Dieser zeigt, wie Schönenberger 1987 als neuer Chefarzt am Marienkrankenhaus begrüßt wurde - der Mediziner wie heute mit dunklem Haar, der Bürgermeister noch etwas schlanker. Bouillon lobte den Arzt und das Marienkrankenhaus St. Wendel für ihre Arbeit. "Man sieht, wie wichtig es in diesem Hause ist, menschlich zu sein."

Er sei ein strenger, aber gerechter Chef gewesen, der stets von allen respektiert wurde. Der ausgeglichen war und ausglich, berichtete Schwester Basina Kloos, Vorstandsvorsitzende der Marienhaus-Stiftung, dem Träger des Krankenhauses. 25 Jahre habe Schönenberger die Innere Medizin geleitet - "25 Jahre gefüllt mit ständiger Veränderung im Gesundheitswesen", hob Schwester Basina hervor. Der Umzug ins neue Gebäude 1988 sei zudem die Gelegenheit gewesen zu gestalten.

In seiner eigenen Ansprache erinnerte sich Schönenberger an seine erste Zeit in St. Wendel. "Ich hatte drei Wochen Zeit, die Abteilung kennenzulernen. Mein Eindruck war: Hier sind der Wille und das Potenzial, etwas aufzubauen", berichtete der Mediziner. Als dann kurze Zeit später die Chefarztstelle frei wurde, bewarb er sich, ohne zu zögern. Auf dem Hirschberg dann habe sich das Marienkrankenhaus zu einer hochmodernen Behandlungsstätte entwickelt.

Für seinen Nachfolger hatte Schönenberger nur lobende Worte: "Einen besseren hätten man nicht finden können." Immerhin arbeitete Dr. Ernst-Willi Theobald bereits seit 25 Jahren als leitender Oberarzt in der Abteilung für innere Medizin. Daneben führte Schönenberger eine weitere Qualifikation an: "Er hat auch die meisten Fußballwetten gewonnen", sagte der scheidende Chefarzt über seinen Nachfolger und fügte scherzend hinzu: "Aber wie man jetzt weiß, waren einige Spiele geschoben." Dafür erntete Schönenberger großes Gelächter. Am Schluss kehrte er noch mal zum Thema Fußball zurück und verabschiedete sich mit den Worten des "großen" Giovanni Trapattoni: "Ich habe fertig."

Zur Person

Dr. Hans Jürgen Schönenberger, geboren 1947 in Merchweiler, studierte von 1966 bis 1973 an der Universität des Saarlandes in Homburg Medizin. Seine Assistenzarztzeit verbrachte er von 1973 bis 1975 am St.-Hedwig-Krankenhaus in Illingen, bevor er 14 Monate als Stabsarzt bei der Bundeswehr diente. Ab 1977 arbeitete er an der Uniklinik in Homburg, zunächst als Assistenzarzt, ab 1981als Oberarzt. Am 1. April 1987 trat Schönenberger seinen Dienst als Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin am Marienkrankenhaus in St. Wendel an. Im April 1989 wurde er zudem ärztlicher Direktor des Krankenhauses. red

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