Sportförderung: Abgeordnete haken im Untersuchungsausschuss zu LSVS kritisch nach

Sportförderung : Abgeordnete haken im Untersuchungsausschuss zu LSVS kritisch nach

Im Landtags-Untersuchungsausschuss haben die Abgeordneten am Dienstag versucht, das Dickicht der Sportförderung im Saarland zu durchschauen. Marc-Oliver Dillinger, der Leiter des Sportreferats im CDU-geführten Innenministerium, trug inklusive Nachfragen rund zwei Stunden zu der komplexen Materie vor.

Der Landessportverband (LSVS) erhält jedes Jahr ein Achtel der Saartoto-Spieleinsätze, rund 13 Millionen Euro im Jahr (Sport-Achtel). Anders als in anderen Bundesländern kommt die Sportförderung also nicht aus dem Landeshaushalt. Damit sei der Sport im Saarland „unabhängiger und bessergestellt“ als anderswo, sagte Dillinger.

Mindestens 22,75 Prozent des Sport-Achtels muss der LSVS für Bau, Erweiterung und Instandsetzung von Sportanlagen gesondert ausweisen. Über diese etwa drei Millionen Euro entscheidet die Sportplanungskommission aus Vertretern des LSVS, des Landtags und der Regierung. Die Geschäftsstelle der Kommission ist in Dillingers Referat angesiedelt, er selbst ist beratendes Mitglied, Innenstaatssekretär Christian Seel (CDU) Vorsitzender. „Das ist ein völlig undurchsichtiges System, das beliebig politisch manipulierbar ist“, sagte Jochen Flackus (Linke), der mehr Kontrolle einforderte. Auch Lutz Hecker (AfD) beklagte die personellen Verflechtungen bei der Sportförderung.

Ein weiteres Thema im U-Ausschuss: Bevor die Sportplanungskommission von ihrem Konto Zuschüsse per Vier-Augen-Prinzip an Vereine überweisen kann, muss sie diese Mittel erst beim LSVS anfordern – aus Sicht von SPD und Linken eine unnötige „Schleife“. Volker Oberhausen (CDU) wollte wissen, seit wann diese Praxis gilt. Dillinger antwortete, dass es sie schon gegeben habe, als er 2005 das Sport-Referat übernahm.

Intensiver hakten die Abgeordneten auch beim Förderausschuss Spitzensport nach, einem 2000 geschaffenen Gremium, das jährlich rund 340 000 Euro aus Saartoto-Mitteln an Top-Athleten und Erst- und Zweitliga-Mannschaften aus dem Saarland verteilt. Allerdings sind die Zusammensetzung des Ausschusses und das Verfahren zur Verteilung der Gelder nirgendwo geregelt, wie Dillinger auf Nachfrage von Petra Berg (SPD) sagte. Das werde „zwischen den beteiligten Akteuren abgesprochen“, sagte er. Auch diese Antwort dürfte dazu geführt haben, dass Berg Reformbedarf bei der Sportförderung sieht.

Mehr von Saarbrücker Zeitung