1. Saarland

Abenteuer erleben, wo die Ritter hausten

Abenteuer erleben, wo die Ritter hausten

Mettlach. Als sich im neunten Jahrhundert die ersten Herrscher auf dem Bergrücken, der von der Saarschleife umflossen wird, niederließen, verbanden sie wohl das Nützliche mit dem Angenehmen: Eine Festungsanlage war nötig, um den Besitz des Landes zu sichern, gleichzeitig konnten sie die Aussicht auf Saar und Wälder genießen

Mettlach. Als sich im neunten Jahrhundert die ersten Herrscher auf dem Bergrücken, der von der Saarschleife umflossen wird, niederließen, verbanden sie wohl das Nützliche mit dem Angenehmen: Eine Festungsanlage war nötig, um den Besitz des Landes zu sichern, gleichzeitig konnten sie die Aussicht auf Saar und Wälder genießen. Überreste insgesamt dreier mittelalterlicher Burgen finden sich heute auf dem Berg, etwa 300 Meter über dem Meeresspiegel. Gut vier Kilometer lang ist der Wanderweg mitten durch den Wald hoch zur Burg Neu-Montclair, der jüngsten der drei Festungen. Bei gutem Wetter und je nach Jahreszeit ist der rote Buntsandsteinbau der Burgruine auch vom Aussichtspunkt Cloef zu erkennen."Um den Weg für Familien unterhaltsamer zu gestalten, haben wir ihn seit Juli zu einem Walderlebnispfad mit verschiedenen Stationen aufgewertet", sagt Petra Thielen von der Kulturstiftung des Landkreises Merzig-Wadern, die die Burg Montclair unterhält. An sechs Stationen erfahren die Wanderer alles über die heimischen Baumarten, an drei Bewegungsstationen können Kinder etwa beim Baumstämmespringen ihre Koordination trainieren.

Über die Zugbrücke - unter der nur noch schemenhaft der einst zwölf Meter breite und sechs Meter tiefe Graben zu erkennen ist - gelangen die Besucher in den Burghof. "Angriffe konnten nur über Osten erfolgen, auf den anderen Seiten war es zu steil", erklärt "Burgfrau" Elisabeth Isabella - alias Elfriede Klein - den Gästen. Wer nach dem Aufstieg noch nicht müde ist, kann die 22 Meter hohen Türme der Burg erklimmen. Abkühlung bei hitzigen Temperaturen gibt es im ehemaligen Verlies, das heute ein kleines Museum beherbergt.

Die Wälder ringsumher wussten die früheren Burgbesitzer wohl eher weniger zu schätzen, weiß Klein: "Um ihre Feinde bereits aus weiter Ferne erspähen zu können, ließen sie die Wälder roden - daher auch der Name Montclair, der sich vom Lateinischen mons clarus, heller Berg, ableitet."

1427 hatte Arnold von Sierck vom Trierer Erzbischof Otto die Ländereien als Lehen und zugleich die Erlaubnis, eine neue Burg für das 1351 zerstörte Alt-Montclair zu bauen. Von dieser um 1180 errichteten, einst 850 Meter langen romanischen Höhenburg wie von dem Vorgängerbau, der so genannten Turmhügelburg "Skiva" (zerstört 1016), sind heute nur noch Bruchstücke übrig - unzugänglich für Besucher. Das gleiche Schicksal drohte auch Neu-Montclair mit dem Tod Heinrichs von Kurtriers 1606. Zwischen 1989 und 1993 wurde die Burg durch ein Strukturhilfeprogramm des Saarlandes mit einer Beteiligung des Landkreises Merzig-Wadern für damals fünf Millionen Mark saniert und eine Gastronomie eröffnet.

saarbruecker-zeitung.de/

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Auf einen Blick

Öffnungszeiten: April bis Oktober: täglich von elf bis 18 Uhr, Mo: Ruhetag, außer an Feiertagen. Gruppen und Schulklassen nach Absprache auch außerhalb der Öffnungszeiten.

Der Eintritt auf die Burg ist frei, der Aufgang zu den Türmen kostet für pro Person einen Euro, Kinder bis zehn Jahre kostenlos.

Kostenlose Gespensterführung jeden ersten Samstag im Monat, 15 Uhr.

Aktionstage: 16. Juli: Mythos Schwert: Rüstzeug und Waffen des Mittelalters zum Sehen, Fühlen und Anlegen, 15. August: Tanzen, Schwertführung, mittelalterliches Leben, 20. August: Erste Schritte der Jonglage von Tüchern, Bällen, Diaboli, jeweils zwischen 13 und 17 Uhr. Veranstaltet vom Verein "Die Tafelrunde e.V."

Waldpädagogische Abenteuer jeden vierten Samstag im Monat ab 13 Uhr. Veranstaltet von der Burg-Gastronomie.

Anfahrt: Über die A 8 nach Merzig, über die B 51 nach Besserungen zur Abzweigung (nach links) Richtung St. Gangolf.

burg-montclair.de