Verkehrsministerium zieht Bilanz Erste Zahl zu verkauften Neun-Euro-Tickets im Saarland liegt vor – Ministerin Berg fordert Anschlusslösung

Saarbrücken · Das Verkehrsministerium legt erste Zahlen dazu vor, wie viele Neun-Euro-Tickets im Saarland verkauft worden sind. Die tatsächliche Zahl dürfte aber noch weit höher liegen.

9-Euro-Ticket: Erste Zahlen aus dem Saarland – Ministerin Berg fordert Anschlusslösung​
Foto: dpa/Oliver Dietze

Kurz vor dem Ende des seit Juni gültigen Neun-Euro-Tickets für Busse und Bahnen liegt eine erste Bilanz für das Saarland vor. Nach Angaben des Verkehrsministeriums wurden hierzulande mindestens 380 000 Tickets verkauft. Über den Saarländischen Verkehrsverbund (SaarVV) wurden demnach 210 000 Tickets abgesetzt, weitere 170 000 über Fahrkartenautomaten sowie Kundenzentren.

Die tatsächliche Zahl der genutzten, massiv verbilligten Monatskarten im Saarland dürfte aber noch weit höher liegen, bislang fehlen die Verkäufe über die App und die Webseite der Deutschen Bahn. Bundesweit machen diese rund die Hälfte der insgesamt 52 Millionen verkauften Neun-Euro-Tickets aus. Im ländlich geprägten Saarland dürfte die Gesamtzahl vorsichtig geschätzt also mehr als 500 000 betragen, wahrscheinlich sogar mehr als 600 000. Die offizielle Statistik dazu wird frühestens Mitte September erwartet.

Petra Berg fordert Anschlusslösung für 9-Euro-Ticket

Petra Berg, Ministerin für Mobilität des Saarlandes, legt den Fokus darauf, dass die Mehrheit der Fahrgäste vor allem alltägliche Fahrten wie Arztbesuche, Shopping und allgemeine Erledigungen mit dem 9-Euro-Ticket unternommen habe. Vor diesem Hintergrund forderte sie eine adäquate Anschlussregelung: „Es muss eine überzeugende Anschlusslösung für ein bundesweites Nahverkehrsticket gefunden werden, um die Bürgerinnen und Bürger weiterhin zu entlasten, die in Zeiten steigender Preise und Kosten darauf angewiesen sind.“ Zugleich müsse dabei der Ausbau des ÖPNV finanziell sichergestellt werden, denn der Ticketpreis allein genüge nicht, um die Menschen dauerhaft zum Umstieg zu bewegen, so die Ministerin.

Das 9-Euro-Ticket läuft zum Ende des Monats aus. Vielerorts werden Forderungen für eine Anschlusslösung lauter. Eine bundesweite Nachfolge-Regelung ist derzeit nicht in Sicht. Einige Bundesländer planen daher bereits eigene Nachfolge-Regelungen. Das Saarland indes plant keinen eigenen Nachfolger für das 9-Euro-Ticket. Hier wird dann ab 1. September offenbar der Tarif des Saarländischen Verkehrsverbundes (SaarVV) wieder wie gewohnt in Kraft treten. Damit gelten die Preise wie vor Juni – mit mehr als 140 Waben für die einzelnen Tarifzonen. Und: An den Grenzen ist prinzipiell Schluss mit Gültigkeit für den SaarVV-Fahrschein.

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