8.34 Minuten bis zum Meistertitel

St. Wendel. Die Weltzauberer-elite wird sich in der kommenden Woche im englischen Blackpool treffen, um die besten Magier unter sich zu ermitteln. Darunter auch ein St. Wendeler: Jakob Mathias. "Ich würde mich freuen, wenn am Ende ein guter Platz rausspringen würde

 Gemeinsam mit seinen beiden Assistentinnen machte sich der Nachwuchsmagier auf den Weg nach Blackpool. Foto: privat

Gemeinsam mit seinen beiden Assistentinnen machte sich der Nachwuchsmagier auf den Weg nach Blackpool. Foto: privat

St. Wendel. Die Weltzauberer-elite wird sich in der kommenden Woche im englischen Blackpool treffen, um die besten Magier unter sich zu ermitteln. Darunter auch ein St. Wendeler: Jakob Mathias. "Ich würde mich freuen, wenn am Ende ein guter Platz rausspringen würde. Doch falls nicht, dann waren es zumindest zwei Jahre Vorbereitung, in denen eine tolle Arbeit geleistet wurde", gibt sich der 17-Jährige bescheiden.Doch eigentlich müsste er nicht derart zurückhaltend sein. Denn alleine seine Teilnahme ist schon eine kleine Sensation. Aufgrund seines Alters dürfte er eigentlich gar nicht mitmachen. Dennoch hat er sich bei der letztjährigen deutschen Meisterschaft der Zauberer für Blackpool qualifiziert. Weil er die Jury mit seiner Show begeistern konnte. Jakob: "Etwa einen Monat nach der deutschen Meisterschaft hieß es auf einmal, ich solle mich langsam für Blackpool vorbereiten." Wegen seines Alters wurde einfach eine Ausnahme gemacht. Somit wird er einer der zehn Deutschen sein, die in England ihr Land vertreten und vielleicht mit einem Titel zurückkommen werden.

153 Teilnehmer aus 28 Ländern sollen in sieben Sparten wettstreiten, in Jakobs Sparte General Magic (allgemeine Magie) alleine 43. "Das sind Bühnenpräsentationen mit Sprache oder Musik, die nicht in die anderen Sparten passen. Aber viele Elemente der anderen Gebiete finden sich in der allgemeinen Magie wieder", erklärt der Nachwuchszauberer. Er kenne nur seine deutschen Konkurrenten und die Show eines weiteren Teilnehmers, daher könne er auch schlecht seine Chancen einschätzen. Somit werde er sich auf seinen Auftritt konzentrieren. "Außerdem bin ich sowieso schon am ersten Tag dran, daher ist es egal, dass ich die anderen nicht kenne", fügt er an.

Seine Musiknummer, mit der er in Blackpool punkten will, soll genau 8.34 Minuten dauern. Die Regeln verlangen, dass der Auftritt nicht kürzer als fünf, jedoch auch nicht länger als zehn Minuten sein darf - ansonsten wird man disqualifiziert. Sein Programm hat Jakob auch schon Mal im St. Wendeler Saalbau gezeigt hat, und zwar im April während der Gala der Meistermagier. Davor und danach habe er unermüdlich an der Nummer gefeilt, kleinere Fehler ausgeräumt, seine Posen und Gesten verbessert, mit professionellen Lehrern zusammengearbeitet, um Schauspielkunst und Tanz zu optimieren. Und andauernd mit seinem Vater Martin Mathias diskutiert. "Er ist einerseits mein größter Kritiker, andererseits aber auch mein Coach. Oft gehen wir gemeinsam spazieren und besprechen die Nummer", sagt Jakob. Dabei profitiere er natürlich von der Erfahrung seines Vaters, der schon seit Jahrzehnten auf der Bühne steht.

Auf derselben Bühne steht auch der Sohn, von Kindesbeinen an. Auch nahm er bereits zwei Mal an einer Weltmeisterschaft teil, als Assistent seines Vaters. "Doch daran kann ich mich gar nicht mehr erinnern, allerdings haben wir ja Aufnahmen der Auftritte", gibt er lachend an. Wenn heute Abend sein Bus Richtung England losrollt, wird er nicht nur vollgepackt sein mit den Requisiten für seinen Auftritt, sondern auch mit neun Personen. Darunter Techniker, die das Bühnenbild aufbauen, Jakobs Eltern und seine beiden Assistentinnen. "Zu Beginn meines Programms habe ich immer mit Freiwilligen aus dem Publikum gearbeitet. Doch viele kritische Stimmen meinten, mit Assistentinnen sei es besser", erläutert Jakob. Somit habe er seit einem Jahr zwei junge Damen an seiner Seite, die während seines Auftrittes mit ihm auf der Bühne stehen. Jakob: "Doch sind sie mehr als einfache Assistentinnen. Sie bringen sich ein, entwickeln Ideen und bereichern die Show ungemein. Wir sind ein tolles Team."

Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, nun geht es um alles. Somit kann es durchaus geschehen, dass St. Wendel am 16. Juli einen waschechten Weltmeister zurück erwarten darf.