52-Jähriger soll Arbeiter ausgebeutet haben

52-Jähriger soll Arbeiter ausgebeutet haben

Die Staatsanwaltschaft hat den Unternehmer deshalb wegen schweren Menschenhandels angeklagt.

(lrs/) Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat Anklage gegen einen 52 Jahre alten Unternehmer erhoben, der Arbeiter angeworben und "unter krasser Umgehung des gesetzlichen Mindestlohns" ausgebeutet haben soll. Dem Mann aus Schiffweiler werde vorgeworfen, zwischen 2013 und 2016 Arbeitnehmer vorwiegend aus Osteuropa zu einem Pauschallohn von 450 Euro beschäftigt zu haben, teilte die Anklagebehörde gestern mit.

Miete und Sozialleistungen seien durch das Jobcenter bezahlt worden. Die Anklage lautet auf schweren Menschenhandel zum Zwecke der Ausbeutung der Arbeitskraft, Betrug und Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt.

Die rechtsunkundigen und mittellosen Arbeiter seien auf verschiedenen Baustellen ohne zeitliche Begrenzung eingesetzt worden. Untergebracht wurden sie laut Staatsanwaltschaft in Immobilien des 52-Jährigen, wofür dieser zusätzlich Wohngeld bezogen haben soll. Die Immobilien sollen teils von Ungeziefer befallen gewesen sein.

Durch das Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt sei ein Schaden von mindestens 46 000 Euro entstanden. Der Angeschuldigte sitzt seit November 2016 in Untersuchungshaft. Er sei "bereits einschlägig in Erscheinung getreten", habe zu den Tatvorwürfen bisher aber keine Angaben gemacht, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit.

Nach Angaben der Ermittler konnte "durch umfangreiche verdeckte Maßnahmen der Umfang der tatsächlich durch die ausgebeuteten Arbeitnehmer abgeleisteten Arbeitsstunden festgestellt werden"; sie korrespondierten mit den Angaben der Arbeitnehmer und den sichergestellten Stundenaufzeichnungen. "Das auf Ausbeutung angelegte System des Angeschuldigten wurde von zahlreichen Zeugen übereinstimmend beschrieben", erklärte die Staatsanwaltschaft.

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