1. Saarland

48 Todesfälle in Kontext von Corona in Pflegeheimen im Saarland

Folgen der Pandemie : 48 Corona-Tote aus Altenheimen im Saarland

Bei jedem zweiten Sterbefall im Saarland, der im Zusammenhang mit dem Coronavirus steht, handelte es sich um einen Bewohner eines Pflegeheims.

In den 157 Senioren- und Pflegeheimen im Saarland werden jetzt alle Bewohner und das Pflegepersonal auf das Corona-Virus getestet. Für die betagten Menschen sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums zwei Abstriche im Wochenabstand vorgesehen. Pflegekräfte sollen fortlaufend zweimal wöchentlich getestet werden. Die Untersuchungen werden zuerst in den Einrichtungen stattfinden, aus denen bislang noch kein positiver Covid-19-Fall gemeldet ist.

Nach einem Lagebericht des Corona-Krisenstabes des Ministeriums (Stand: 19. April), der unserer Zeitung vorliegt, sind derzeit 254 Bewohner von 45 Pflegeheimen mit dem Virus infiziert. 49 der Patienten werden demnach in Kliniken behandelt. 48 meist hoch betagte Menschen, die in der Regel schwere Vorerkrankungen hatten, sind gestorben. Damit betrifft fast jeder zweite der nach offiziellen Angaben in Zusammenhang mit dem Corona-Virus stehenden rund 100 Todesfälle einen Heimbewohner.

Besonders viele dieser Todesfälle verzeichnen Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) im Saarland. Die Awo ist mit 26 Seniorenheimen und rund 2100 Plätzen größter Betreiber von Pflegeeinrichtungen im Saarland. In ihrer Püttlinger Residenz „Viktoria“ sind 19 von 110 Senioren im Zusammenhang einer Corona-Erkrankung gestorben. Bei ihnen lag ein positiver Test vor. 41 Bewohner sind in Püttlingen nach jüngsten Angaben infiziert. 32 Pflegekräfte sind ebenfalls erkrankt und in Quarantäne. Die Awo hatte auf eigene Initiative zu Beginn der Pandemie in ihrer Püttlinger Residenz alle Senioren und Mitarbeiter testen lassen. In zwei ihrer Saarbrücker Einrichtungen betrauert die Awo fünf weitere Sterbefälle. Am Montag meldete das Gesundheitsministerium zwei weitere Todesfälle von Corona-Infizierten. Die Gesamtzahl ist damit auf 102 gestiegen. Die Zahl der Infektionen lag mit 2348 um zwölf höher als am Sonntag.