1. Saarland

48-Jähriger aus Illingen wegen Mordes zu 13 Jahren Haft verurteilt

48-Jähriger aus Illingen wegen Mordes zu 13 Jahren Haft verurteilt

Saarbrücken. Wegen Totschlages hat das Schwurgericht gestern einen 48-jährigen Angeklagten aus Illingen zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Er hatte am 3. Oktober 2007 seine geschiedene Ehefrau mit 14 Messerstichen getötet. Nach der Tat hatte er versucht, sich mit zwei Messerstichen das Leben zu nehmen

Saarbrücken. Wegen Totschlages hat das Schwurgericht gestern einen 48-jährigen Angeklagten aus Illingen zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Er hatte am 3. Oktober 2007 seine geschiedene Ehefrau mit 14 Messerstichen getötet. Nach der Tat hatte er versucht, sich mit zwei Messerstichen das Leben zu nehmen.

Der Oberstaatsanwalt hatte gestern auf lebenslange Freiheitsstrafe plädiert. Die Tat sei Mord, heimtückisch und aus niederen Beweggründen erfolgt. Der Angeklagte habe sich in die Wohnung geschlichen und das Opfer von hinten angefallen, als es mit einer Freundin vor dem Computer saß. Daher solle das Gericht die besondere Schwere der Schuld feststellen, womit eine vorzeitige Entlassung aus der Haft ausgeschlossen ist. Wegen eines Hanges zu Gewalttaten und entsprechender Vorstrafen solle anschließende Sicherungsverwahrung angeordnet werden.

Die Verteidigung wies darauf hin, dass sich der Angeklagte in einem seelischen Ausnahmezustand befunden habe. Er konnte Trennung und Ehescheidung nicht verwinden. Eine Bekannte der Familie hatte das Verhältnis des Paares mit den Worten "sie konnten nicht miteinander, sie konnten nicht ohne einander" geschildert. Die Tat sei überdies nach erheblichem Alkoholeinfluss geschehen, wobei die Grenze der Schuldunfähigkeit nahezu erreicht war. Der anschließende Selbstmordversuch sei von der Anklage ebenfalls nicht gewertet worden. Daher beantragte die Verteidigung eine zehnjährige Freiheitsstrafe wegen Totschlags mit anschließender Unterbringung in einer Entziehungsanstalt. Das Schwurgericht verurteilte den Angeklagten zu 13 Jahren Haft wegen Totschlages und folgte damit der rechtlichen Würdigung der Verteidigung. Der Angeklagte habe die Frau bewusst und gewollt getötet und die Tat sogar mit den Worten, es gebe ein "Schlachtfest", angekündigt. Nicht im Alkohol sei die Ursache für die Tat zu suchen, sondern in der Gewaltbereitschaft des Angeklagten. jht