41 Jahre für Menschen im Einsatz

41 Jahre für Menschen im Einsatz

Neunkirchen. Wäre er ein Bayer, würde er vermutlich sagen: "'S passt scho." Aber da Günter Kremer durch und durch ein Saarländer ist, sagt er mit seinem typischen Charming-Lächeln: "Ich versuche alles, auch den Abschied als Polizeidirektor, mit einer gewissen Lockerheit und viel Selbstironie zu nehmen

Neunkirchen. Wäre er ein Bayer, würde er vermutlich sagen: "'S passt scho." Aber da Günter Kremer durch und durch ein Saarländer ist, sagt er mit seinem typischen Charming-Lächeln: "Ich versuche alles, auch den Abschied als Polizeidirektor, mit einer gewissen Lockerheit und viel Selbstironie zu nehmen."Nach 41 Jahren im Dienst der Polizei geht Kremer Ende des Monats "mit einem Gefühl von Zufriedenheit und Dankbarkeit" in den Ruhestand. Denn: "Es gibt so viele Fettnäpfchen, aber ich musste in keines reintreten." Das heißt nicht, dass der gerade 61 Jahre alt gewordene Kremer nicht auch seine Meinung zu strittigen Themen geäußert hätte. Doch interne Kritik habe er stets intern gehalten, betont der Mann, der in den vergangenen elf Jahren die Verantwortung für mehr als 200 Mitarbeiter sowie Polizeidienststellen in allen sieben Kommunen des Kreises hatte. Diese Verantwortung habe er immer sehr ernst genommen und sowohl auf Kontrolle, aber auch auf das Vertrauen in die Mitarbeiter und ihre Talente gesetzt. "Die Leute sollen gern zur Arbeit gehen, denn wenn man Spaß hat, schafft man mehr."

Ihm selbst habe die Polizeiarbeit meist Freude bereitet, auch wenn es nicht sein ursprünglicher Berufswunsch gewesen sei. Nach einer kaufmännischen Ausbildung war der junge Saarbrücker für ein Betriebswirtschaftsstudium eingeschrieben, erhielt dann aber einen Einberufungsbefehl zum Bund. Den Rat seines Fußballlehrers, diesen Weg durch zwei Jahre bei der Polizei zu umgehen, befolgte der talentierte Kicker. Dass aus den zwei Jahren schließlich 41 wurden, bereut Günter Kremer keineswegs. "Ich hatte immer schon gern mit Leuten zu tun. Und wenn man den Menschen helfen kann und ihre Dankbarkeit erlebt, ist das ein schönes Erlebnis." Die schwierige Seite des Berufs habe er vor allem durch die Arbeit im Team gut verarbeiten können. Viele tragische Dinge hat Kremer im Lauf der Jahre erlebt, viel Leid gesehen. Froh ist er, dass er nie von der Schusswaffe hat Gebrauch machen müssen, lediglich um zu drohen. Die Waffe und die grüne Uniform hat der Neunkircher Polizeidirektor übrigens schon vor einiger Zeit abgegeben, der Schreibtisch in der Falkenstraße ist zur offiziellen Abschiedsfeier am heutigen Donnerstag leer geräumt. Die Feier will Kremer vor allem nutzen, um sich von den Menschen zu verabschieden, die er im Lauf der elf Jahre nicht nur kennen, sondern auch schätzen gelernt hat. Es werde zwar kein 100-prozentiger Abschied von Neunkirchen sein, da er viele persönliche Kontakte habe knüpfen können. "Sicher werde ich zu den Sitzungen der NKA kommen", freut sich der Saarbrücker bereits auf die Neinkeija Fastnacht. Aber das Amt des Polizeidirektors müsse er nun loslassen. Was ihm nicht schwer falle, versichert Günter Kremer. Zumal mit seiner Pensionierung nun ein sauberer Abgang vor der geplanten Polizeireform und ihren Umstrukturierungen möglich sei.

Gerne glaubt man dem Sportsmann und Kulturfreund, dass er auch im Ruhestand keine Langeweile empfinden wird. Ehefrau Monika und die 22-jährige Tochter Larissa, die in Frankfurt Pharmazie studiert, freuen sich schon auf mehr gemeinsame Zeit. Nur den Tatort am Sonntagabend, den wird Monika Kremer auch in Zukunft ohne ihren Mann schauen müssen. "Wenn man Spaß hat, schafft man mehr."

Günter Kremer