1. Saarland

35 Jahre Karriere in Uniform

35 Jahre Karriere in Uniform

Tholey. Die Bilder von schweren Verkehrsunfällen sind es oft, die ein Polizist nicht verdrängen oder vergessen kann. Dies trifft im besonderen Maße auf den ersten Polizeihauptkommissar Klaus Linnenbach zu. Der 58-jährige Theleyer wurde selbst zum Opfer eines Verkehrsunfalls, an dessen Folgen er bis zum heutigen Tage noch leidet

Tholey. Die Bilder von schweren Verkehrsunfällen sind es oft, die ein Polizist nicht verdrängen oder vergessen kann. Dies trifft im besonderen Maße auf den ersten Polizeihauptkommissar Klaus Linnenbach zu. Der 58-jährige Theleyer wurde selbst zum Opfer eines Verkehrsunfalls, an dessen Folgen er bis zum heutigen Tage noch leidet. Rückblick: Linnenbach, damals Sachbearbeiter im Innenministerium, wurde am 2. Juli 2007 ohne eigenes Verschulden in seiner Mittagspause an einer Fußgängerampel beim Überqueren der Straße von einem Fahrzeug angefahren und schwer verletzt ins Saarbrücker Klinikum auf dem Winterberg eingeliefert. "Es war eine ganz schmerzliche Erfahrung", blickte Linnenbach zurück. Fachärzte, so formulierte er salopp, hätten ihm aufgrund mehrerer Wirbelbrüche einen körperlichen Totalschaden diagnostiziert. Letzte Untersuchungen, die sich über ein halbes Jahr hinzogen, ergaben seine dauerhafte Dienstunfähigkeit und die daraus resultierende Versetzung in den vorzeitigen Ruhestand."Gerne gehe ich nicht", sagte der zweifache Familienvater. Landespolizeipräsident Norbert Rupp verabschiedete Linnenbach nun offiziell im Tholeyer Tablinium. "Klaus Linnenbach war umsichtig, natürlich und überzeugend. Er hat Polizei mitgestaltet und geprägt", lobte Rupp. In seiner Laudatio durchblätterte der Landespolizeipräsident in Auszügen seine 362-Seiten starke Personalakte. 1977 trat Abiturient Linnenbach in den Polizeidienst ein. Nach der Ausbildung leistete er Dienst auf dem Polizeirevier Tholey. 1984 wurde er Dienstgruppenleiter in Wadern, ehe er zur Verkehrsüberwachung nach St. Wendel versetzt wurde. Danach unterrichtete Linnenbach an der Polizeischule in Potsdam und wurde 1993 Dienstgruppenleiter der Polizeiinspektion St. Wendel. Über Neunkirchen (1999) kehrte er zum Polizeibereich St. Wendel zurück. Ab 2005 arbeitete Linnenbach als Sachbearbeiter im Innenministerium und im Juli 2011 übernahm er als Dienststellenleiter die Polizeiinspektion Nohfelden-Türkismühle.

"Das war schon ein Traum für mich, eine eigene Dienststelle zu leiten", schwärmte Linnenbach. Jetzt hat für ihn die Zeit ohne Uniform begonnen, die Leitung der Polizeiinspektion hat kommissarisch Andreas Riemenschneider übernommen. Noch während seiner Dienstzeit hat Linnenbach jahrelang zudem als Fußball-Schiedsrichter für Ordnung auf dem Spielfeld gesorgt. Von 1991 bis 1997 und von 1999 bis 2001 war Linnenbach Vorsitzender seines Heimatvereins VfB Theley, den Alpenrock am Schaumberg hat er als Organisationsleiter der Wanderfreunde Qualmende Socken etabliert und die jährlichen Auftritte der Tiroler Pfundskerle zur Erfolgsveranstaltung ausgebaut. Mit dem Verein "Hilfe Direkt" unterstützt Linnenbach die Indonesienhilfe der Theleyer Patres Klaus Naumann und Kurt Bard. Höhen erklimmen will Linnenbach künftig gemeinsam mit Ehefrau Erika beim Bergwandern. Dafür hält sich das Ehepaar mit Nordic-Walking-Touren fit.