1. Saarland

3144 Bäume unter ständiger Bewachung

3144 Bäume unter ständiger Bewachung

Die Gemeinde Ensdorf hat auf ihrem Gemeindegebiet alle Bäume untersucht und ein so genanntes Baumkataster angelegt. Damit soll die Verkehrssicherheit der Bäume gewährleistet werden.

Gärtnermeister Oliver Wolf, Gemeindebediensteter auf dem Ensdorfer Bauhof, hat als "qualifizierter Baumkontrolleur" im vergangenen Jahr sämtliche Bäume auf gemeindeeigenem Gebiet in einer ersten Kontrolle erfasst, denn das relativ kleine Ensdorf ist reich an Bäumen. In öffentlichen Anlagen wie Straßen, Wegen, Plätzen, Spiel- und Sportanlagen, Friedhof, Schulgelände und Schwimmbad stehen mehr als 3000 Laub- und Nadelbäume, die regelmäßig kontrolliert und gepflegt werden müssen, um ihre Sicherheit zu gewährleisten.

Bürgermeister Hartwin Faust meint dazu, auch angesichts tödlicher Unfälle in Losheim und Trier: "Ich bin froh, dass wir mit diesem lückenlosen Baumkataster nun auf der sicheren Seite für alle Beteiligten - Bürger und Kommune - sind".

2000 Einzelbäume wurden in Ensdorf registriert und weitere 1144 Bäume zu so genannten "flächigen Baumbeständen" wie am Hammerwurfplatz, im Industriegebiet Hohweiher oder im Bereich Tennisplatz zusammengefasst. Bei dieser Sichtkontrolle, die in der Regel vom Boden aus erfolgt, hält der Baumkontrolleur zunächst Standort, Höhe, Kronendurchmesser und Alter des Baumes fest und nummeriert ihn mittels einer Plakette. Anschließend werden Krone, Stamm, Wurzelbereich und das Baumumfeld auf Schäden wie Höhlungen, Pilzbefall, Wunden, Totholz oder auch Wuchsanomalien untersucht und das Ergebnis in ein Kontrollblatt eingetragen. Je nach Zustand wird ein Einzelbaum in Ensdorf künftig halbjährlich, jährlich oder nur alle zwei bis drei Jahre kontrolliert.

Ist ein Baum stärker geschädigt, werden baumpflegerische Maßnahmen wie ein Kronensicherungsschnitt zur Entlastung der Krone, ein Pflegeschnitt zur Formgebung oder die Entnahme von Totholz eingeleitet. Weist der Baum stärkere Schäden auf oder wird seine Fällung ins Auge gefasst, wird meist eine Fachfirma mit weiteren Untersuchungen beauftragt. So kann beispielsweise die Tiefe einer Fäulnisstelle mit einem Resistographen geprüft werden. Das Gerät misst den Widerstand, den das Holz an der betroffenen Stelle einer dünnen Nadel entgegensetzt.

Damit wurde vor kurzem ein Rindenschaden an dem ortsbildprägenden Trompetenbaum an der Ecke Provinzialstraße/Griesborner Straße genauer überprüft. Und es gab Entwarnung. Die Höhlung, die sich hinter einem größeren Rindenschaden gebildet hat, stellt laut Gemeinde keine Gefahr für die Standfestigkeit des Baumes dar.

Durch diese Vorsorgeuntersuchungen soll Ensdorfs schönes grünes Ortsbild dauerhaft und intakt erhalten bleiben, sagt Bürgermeister Hartwin Faust.

Die Gemeinde weist darauf hin, dass auch Grundstückseigentümer Bäume regelmäßig auf Krankheit und Überalterung kontrollieren müssen. Stürzt ein Baum bei starkem Wind auf das Nachbargrundstück, muss er bei einem nachweisbar vorgeschädigten Baum den entstandenen Schaden komplett ersetzen.

 Eine Fachfirma untersucht eine Linde auf dem Ensdorfer Friedhof mittels Resistograph.
Eine Fachfirma untersucht eine Linde auf dem Ensdorfer Friedhof mittels Resistograph.

Zum Thema:

Auf einen BlickLinde, Platane, Ahorn und Kastanie sind die häufigsten Baumarten in Ensdorf. Im Ensdorfer Park wachsen 500 Bäume, im Dorfzentrum stehen 150 Bäume, und im Schwimmbad und auf dem Campingplatz sorgen 300 Bäume für Schatten. red/ms