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22 600 Totenbildchen auf 86 Seiten

22 600 Totenbildchen auf 86 Seiten

Saarlouis. "Vor gut zehn Jahren fiel mir eine Zigarrenkiste mit Totenbildchen in die Hände. Besonders das Bild eines jungen behinderten Mannes hat es mir angetan, das konnte man doch nicht einfach wegwerfen", erzählte Jakob Klein, einer der drei Autoren, die ein ganz besonderes Buch herausgebracht haben

Saarlouis. "Vor gut zehn Jahren fiel mir eine Zigarrenkiste mit Totenbildchen in die Hände. Besonders das Bild eines jungen behinderten Mannes hat es mir angetan, das konnte man doch nicht einfach wegwerfen", erzählte Jakob Klein, einer der drei Autoren, die ein ganz besonderes Buch herausgebracht haben."Die Totenbildchensammlung", ein 86 Seiten starkes Werk, das es dank einer beigefügten CD, erstellt von Rudolf Zenner, in sich hat. Denn 22 600 Totenbildchen und Todesanzeigen, zumeist aus dem Kreis Saarlouis, sind in dem 15. Sonderband der Vereinigung für die Heimatkunde im Landkreis Saarlouis verzeichnet. "Leider viel zu spät haben wir begonnen, das zu sammeln, was das Herz eines Genealogen höher schlagen lässt", sagt Hans Peter Klauck. Er hat das Buch zusammengestellt, exemplarisch eine Geschichte der Totenbildchen aufgezeigt.

Der Ursprung der Bildchen, die zunächst als Bitte für Ablassgebete, später als Erinnerungen für Verstorbene ihr Brauchtum im katholischen Glauben fanden, ist in Holland.

Das erste Bild, erzählte Klauck, sei aus dem Jahre 1663, gefunden in Nordrhein-Westfalen. "Das älteste saarländische Exemplar, das wir verzeichnen konnten, stammt aus Calmesweiler und weist auf einen Verstorbenen im Jahr 1873 hin", sagte Klauck. Während er die ganz besonderen Bildchen im Buch zusammengestellt hat, war es Aufgabe von Inge Riedel, die Daten aller Exemplare zu erfassen. "Viele Menschen sind unseren Aufrufen gefolgt und haben uns Bildchen gebracht. Einige wollten sie nicht aus den Händen geben und standen beim Kopieren daneben", erzählt sie.

Ideell ist der Wert sicher für die Hinterbliebenen, für einen Familienkundler liefern sie eine Vielzahl an wertvollen Informationen. Gerade auf ganz alten Exemplaren seien komplette Lebensläufe zu lesen, dazu kommen Geburts- und Sterbeorte sowie die Namen der Verwandten, wie Klauck sagt. "Es sind leicht zugängliche Informationen, die nicht dem Datenschutz unterliegen. Leider wurden sie von Nachkommen oftmals einfach weggeworfen." Es handele sich nicht um ein abgeschlossenes Projekt, auch weiterhin will man Totenbildchen erfassen. "Für das Saarland ist diese Sammlung zudem eine einmalige Sache", so Klauck.