210 Quadratmeter, die alle geniesen

210 Quadratmeter, die alle geniesen

Gonnesweiler. Es sieht aus wie in einem Kinderzimmer. In einer Kiste liegen Spielzeugautos, in einem Regal stapeln sich Gesellschaftsspiele und auf einem Tisch liegt ein unfertiges Puzzle. "Das ist unser Spielzimmer", sagt Lothar Klees, Schulleiter der Grundschule Gonnesweiler

Gonnesweiler. Es sieht aus wie in einem Kinderzimmer. In einer Kiste liegen Spielzeugautos, in einem Regal stapeln sich Gesellschaftsspiele und auf einem Tisch liegt ein unfertiges Puzzle. "Das ist unser Spielzimmer", sagt Lothar Klees, Schulleiter der Grundschule Gonnesweiler. Darin ist in diesem Moment aber nichts los, weil die Kinder noch in einem Klassenraum sitzen und unter der Aufsicht von Lehrerin Eva Schorr Hausaufgaben machen. Das Spielzimmer liegt im modernen Anbau der Grundschule Gonnesweiler, der Ende August eingeweiht worden ist und laut Schulleiter Klees die Ganztagsbetreuung der Grundschüler verbessert hat. Nach der fünften beziehungsweise sechsten Stunde geht ein Teil der Grundschüler aus Gonnesweiler und der Dependance in Sötern nicht nach Hause, sondern besucht die Cafeteria im neuen Anbau. Dort wird das Mittagsessen serviert. Die Mädchen und Jungen wissen immer, was auf dem Speiseplan steht. "Den Kindern werden Menüvorschläge gemacht, über die sie abstimmen", sagt Erzieherin Katharina Kühn. Und so gibt es mal Seelachsfilet oder Frikadellen mit Soße, Kartoffelbrei und Sauerkraut. "Endlich haben wir die Infrastruktur, die wir brauchen", freut sich Klees über den 210 Quadratmeter großen Anbau, der über 400 000 Euro gekostet hat. Die verbesserten Bedingungen führten dazu, dass die Zahl der Grundschüler, die ganztags betreut werden, "fast täglich steigt". Bis zu 33 Kinder verbringen den Nachmittag in der Schule. 302 Mädchen und Jungen gehen insgesamt auf die Gonnesweiler Grundschule und ihre Dependance in Sötern. Der Anteil der Mädchen und Jungen, die auch am Nachmittag betreut werden, liege somit zwischen zehn und zwölf Prozent, berichtet der Schulleiter. Eine Stunde machen die Kinder Hausaufgaben unter Aufsicht einer Lehrkraft. "Die Lehrer helfen den Kindern bei der Schularbeit, beraten und sind Ansprechpartner." Nach fünf oder sechs Schulstunden am Morgen hätten die Grundschüler aber auch ein "Recht auf Spielen", sagt der Schulleiter. Unter Aufsicht dürfen die Kinder am Nachmittag in der Schulturnhalle toben und ins Spielzimmer gehen, um sich dort in ihre eigene Welt der Spielzeugautos und Puppen zurückzuziehen. Und wer will, kann sich an einen Computer setzen und mit einem Programm an der Rechtschreibung arbeiten. In der Regel holen die Eltern ihre Kinder zwischen 16 Uhr und 16.30 Uhr von der Schule ab. "Die Eltern lassen uns einen Plan zukommen, in dem sie mitteilen, an welchen Tagen ihr Kind kommt", erläutert Klees die Wochenplanung. Ist das nicht mit Mehrarbeit verbunden? "Ganz klar", sagt der Pädagoge. Zudem hätten sich die Unterrichtszeiten der Lehrer verschoben. Für den Schulleiter ist dies kein Grund zur Klage: "Wir wollen eine Schule für die Kinder und nicht für beamtete Lehrer."

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