1. Saarland

2000 deutsche Worte gelernt

2000 deutsche Worte gelernt

St. Wendel. 1988 bot der Landkreis St. Wendel erstmals Vollzeitsprachkurse für Aussiedler an. Hauptsächlich Polen und Menschen aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion sollten dabei die deutsche Sprache erlernen. Seither sind 25 Jahre vergangen und 20 Integrationskurse gelaufen

St. Wendel. 1988 bot der Landkreis St. Wendel erstmals Vollzeitsprachkurse für Aussiedler an. Hauptsächlich Polen und Menschen aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion sollten dabei die deutsche Sprache erlernen. Seither sind 25 Jahre vergangen und 20 Integrationskurse gelaufen. An dem soeben abgeschlossenen Kurs - er war einer der erfolgreichsten - beteiligten sich 19 Frauen und Männer, 16 von ihnen bestanden ihn. Sie stammen aus Bangladesh, Polen, Benin, Thailand, Bulgarien, Mexiko und Rumänien, aus dem Kosovo, aus den USA und der Dominikanischen Republik. Während sieben Monaten absolvierten sie 660 Unterrichtsstunden, an fünf Wochentagen je fünf Stunden, und lernten dabei 2000 deutsche Worte. Dozentinnen waren Britta Nielsen und Malgorzata Degel. Die Prüfungen wurden in zwei Niveaustufen schriftlich und mündlich abgelegt. Alle Absolventen haben auch einen zusätzlich angebotenen Orientierungskurs bestanden, der den Einstieg in das Berufsleben und in das gesellschaftliche Leben erleichtern soll."Der Kurs ist ein Beispiel dafür, was trotz aller Unterschiedlichkeit erreicht werden kann", sagte Landrat Udo Recktenwald während einer Feier, in der er den Kursteilnehmern ihre Zeugnisse überreichte. "Sie können stolz sein auf das, was sie geschafft haben." Für den Landkreis spiele, was seine soziale Zuständigkeit angehe, die Bildung eine zentrale Rolle, "nicht nur die klassische Bildung für Kinder und Jugendliche, sondern auch die Bildung für Erwachsene." Die Kreisvolkshochschule (KVHS) sei dabei ein verlässlicher Partner.

Regierungsamtmann Armin Klinkner aus Lebach, der als Regionalkoordinator für die Integration zuständig ist, sprach von einem großartigen Kursergebnis. "Dieses Zeugnis ist wichtig für Ihre Einbürgerung und gleichzeitig ein Ansporn für die Zukunft", sagte er an die Absolventen gewandt. Anerkennende Worte fand auch Sevim Tasci von der Geschäftsstelle der Integrationsbeauftragten der Landesregierung. "Seit ich in Deutschland bin, habe ich festgestellt, dass es ein sehr freundliches Land ist - man muss aber den ersten Schritt tun", berichtete Tasci von ihren Erfahrungen.

In den ersten Jahren liefen die Kurse zusammen mit dem Arbeitsamt dezentral in den Gemeinden. Ab 2005 wurde das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge Partner der KVHS. Als Wegbegleiter kam die Caritas mit ins Boot.