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2000 Anfragen gab es bereits

2000 Anfragen gab es bereits

Kreis Saarlouis. Wer wissen möchte, ob sich eine Solaranlage auf seinem Hausdach lohnt, der kann sich mit wenigen Klicks im Internet einen Überblick verschaffen. Die wichtigsten Infos bietet das Solardach-Kataster für den Landkreis Saarlouis bereits seit September 2010

Kreis Saarlouis. Wer wissen möchte, ob sich eine Solaranlage auf seinem Hausdach lohnt, der kann sich mit wenigen Klicks im Internet einen Überblick verschaffen. Die wichtigsten Infos bietet das Solardach-Kataster für den Landkreis Saarlouis bereits seit September 2010. Öffentlich zugänglich ist seit Juli 2011 eine farbliche Kennzeichnung, die die generelle Eignung des jeweiligen Daches für Solarnutzung (Fotovoltaik oder Solarthermie) erkennen lässt. Darüber hinaus gibt es eine genaue Auswertung, welche Strommenge und welche CO2-Einsparungen jährlich zu erwarten sind, welche Modultypen und welche Fläche empfohlen werden. Diese Wirtschaftlichkeitsrechnung muss entweder bei der Gemeinde oder beim Wirtschaftsförderungsverband Untere Saar (Wfus) erfragt werden.Rund 2000 dieser Anfragen gab es nach Angaben von Jürgen Pohl, Geschäftsführer des Wfus, seit September 2010. Die Hälfte davon direkt beim Wfus, die andere Hälfte bei den Kommunen. "Etwa die Hälfte der Anfragen mündete in konkrete Installationen", berichtet Pohl. Es seien also rund 1000 Anlagen mit einer durchschnittlichen Leistung von sieben Kilowatt Peak (Kwp, elektrische Leistung von Solaranlagen) entstanden. Pohl: "Das sind rund 7000 Kwp im gesamten Landkreis." Eine enorme Leistung, findet er. Noch mehr erfreut den Wirtschaftsförderer eine andere Zahl. Pohl rechnet vor: "Eine Anlage kostet rund 20 000 Euro. Das bedeutet also eine Gesamtinvestition im Landkreis von rund 20 Millionen Euro für Fotovoltaik-Anlagen und Solarthermie. Und der überwiegende Anteil der Aufträge geht an Firmen im Kreis. Die regionale Wertschöpfung ist also hier."

Bei allem Erfolg ist das Solardach-Kataster aber kein Selbstläufer. Das sei, sagt Pohl, auch nicht anders zu erwarten gewesen. Die Zahl der Anfragen geht allgemein etwas zurück. "Aber immer, wenn wieder auf das Projekt hingewiesen wird, schnellen die Zahlen nach oben", ergänzt er. So werbe der Wfus etwa bei Werbeschauen oder auf Energiemessen für das Kataster. Pohl: "Und wir haben immer noch drei bis fünf konkrete Beratungen für Anlagen pro Woche." Die Nachfrage geht also nicht zurück, trotz sinkender Einspeisevergütung (derzeit 24,42 Cent pro Kilowattstunde für Anlage mit einer Leistung bis zu 30 Kwp). Ausschlaggebend dafür seien die steigenden Energiepreise und der Wunsch der Hausbesitzer, unabgängig von den Energiepreisen zu werden. "Die Anlagen sind auch immer noch rentabel und so wird es auch in den nächsten Jahren sein", meint Pohl.

Deshalb will der Wfus das Kataster auch weiter bewerben.

Ein nächster Plan ist es, die Daten des Katasters möglichst bald zu aktualisieren. Die Grundlage für die Analyse des Solarpotenzials der Dächer sind Daten des Landesamtes für Kataster-, Vermessungs- und Kartenwesen aus einer Überfliegung des Saarlandes im Jahr 2006. "Eine neue Überfliegung hängt von der Landesregierung ab." Aber die Infrastruktur sei gelegt, die Kosten würden demnach weitaus geringer ausfallen, wenn man die Daten einfach aktualisiert. Und noch etwas wünscht sich Jürgen Pohl: "Ein einheitliches saarlandweites Kataster, für Solar und auch für Windkraft. Aber das ist eine politische Entscheidung."

Mehr Infos unter der Telefonnummer (0 68 31) 5 03 19.

wfus.de