1. Saarland

20 Millionen für die Zukunft Mettlachs

20 Millionen für die Zukunft Mettlachs

Die Verlegung der V&B-Produktion nach Merzig sieht Mettlach als Chance: Eine Ausstellung zeigt, wie sich der Industriestandort Mettlach entwickelt hat – und informiert über die geplante Neugestaltung.

Als einer der wichtigsten saarländischen Industriesitze ist Mettlach bekannt. Ebenso ist es aber auch eines der beliebtesten Touristenziele der Region. Und als solches putzt es sich nun heraus: Der historische Ortskern mit der Abtei und dem Alten Turm, Sitz von Villeroy & Boch, wird von Resten früherer Anbauten, die aus industriellen Gründen notwendig waren, befreit. Es wird den heutigen Bedürfnissen als zentraler Firmensitz von Villeroy & Boch und als Touristenmagnet angepasst.

Ergeben hat sich diese Chance, nachdem die V&B-Produktion aus Mettlach nach Merzig umgezogen ist. Mettlach bleibt zwar zentraler Verwaltungssitz, doch für etliche der alten Fabrikationsräume gibt es keine Verwendung mehr. Darin sahen sowohl Villeroy & Boch wie auch die Gemeinde Mettlach die große Chance für den Ort an der Saarschleife zur weiteren Steigerung der touristischen Attraktivität. Und so haben das Unternehmen und die Gemeinde das Projekt "Mettlach 2.0" aus der Taufe gehoben.

Das "Standort-Entwicklungsprogramm" ist ein Riesenprojekt. Insgesamt will das Unternehmen bis zur geplanten Fertigstellung in vier Jahren 20 Millionen Euro investieren.

Die Arbeiten sind schon in vollem Gang. Der Eingang mit dem zentralen Empfang wird zukünftig in Richtung Bahnhofstraße liegen. Einige Fabrikgebäude, die nicht mehr gebraucht werden, sind schon "zurückgebaut": Es wird Platz und Raum geschaffen. Für ein neues Büro- und Konferenzzentrum, Einzelhandelsflächen und Werkstätten. In Vorbereitung sind auch eine neue "Markt-Erlebniswelt" und ein neues Tischkultur-Outlet. Keravision, Keramikmuseum und Infozentrum "Bad und Wellness" werden hier einziehen. Die Durchwegung des Geländes wird noch so verändert, dass mehr Parkplätze entstehen.

Was war, was ist und was kommen wird, können Neugierige jetzt bis zum 30. Oktober in der gerade eröffneten Ausstellung ("Die Alte Abtei im Wandel der Zeit") im Keramikmuseum erfahren. Mit alten Plänen, Zeichnungen, zahlreichen Fotografien aus der Arbeitswelt der Mettlacher Vergangenheit. Und eben die Pläne für die Neugestaltung. Die Umsetzung des Projekts wird von Michel von Boch fotografiert und dokumentiert - einige Beispiele seiner Arbeit sind auch bereits in der Ausstellung zu sehen.

 So sah der Innenhof der Alten Abtei mit dem Schinkelbrunnen vor über 100 Jahren (1893) aus.
So sah der Innenhof der Alten Abtei mit dem Schinkelbrunnen vor über 100 Jahren (1893) aus.

Geöffnet ist montags bis freitags jeweils von 9 bis 18 Uhr, samstags von 9.30 bis 18 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 17 Uhr.