20 Millionen Euro fließen in Windpark

20 Millionen Euro fließen in Windpark

Oberthal. "Wir haben ein ganz klares Ziel: Bis Ende nächsten Jahres müssen die Windräder stehen und Strom ins Netz einspeisen." Das unterstrich gestern Vormittag Tim Hartmann, Vorstand des Energieversorgers VSE

Oberthal. "Wir haben ein ganz klares Ziel: Bis Ende nächsten Jahres müssen die Windräder stehen und Strom ins Netz einspeisen." Das unterstrich gestern Vormittag Tim Hartmann, Vorstand des Energieversorgers VSE. Im Oberthaler Rathaus unterzeichneten er und sein Prokurist Klaus Bauer mit Bürgermeister Stephan Rausch (CDU) einen Pachtvertrag für Gemeindeflächen auf dem Leissberg.Dort sollen bis zu vier Windräder mit drei Megawatt Leistung aufgestellt werden. Sie haben eine Nabenhöhe von etwa 140 Metern, mit Rotorblättern 200 Meter. 20 Millionen Euro kostet das Ganze.

Der neue Windpark erzeuge Strom, für 10 000 Haushalte im Jahr.

Der Oberthaler Gemeinderat hatte einstimmig den Bebauungsplanentwurf genehmigt. Dieser wird im Januar ausgelegt und soll dann in der nächsten Ratssitzung beschlossen werden. Im Februar soll bereits gerodet, im Sommer die Räder dann aufgestellt werden.

Die meisten Flächen besitzt die Gemeinde. Ein kleiner Teil gehört Privatleuten. Mit fast allen habe man sich geeinigt, sagte Rausch. Stimmen alle zu, entstehen vier Räder, sonst nur drei. Je Windrad bekommt Oberthal 20 Jahre jährlich mindestens 35 000 Euro Pacht.

Den Windpark werde nicht die VSE alleine bauen und betreiben, sondern eine noch zu gründende Gesellschaft Windpark Oberthal GmbH. 50,1 Prozent davon übernehme die VSE, 38,9 Prozent die Wasser- und Energieversorgung Kreis St. Wendel (WVW), zehn die Energie-Projektgesellschaft St. Wendeler Land, ein Prozent die Gemeinde Oberthal. Sitz wird Oberthal. Die Gemeinde profitiert dann auch von der Gewerbesteuer. Der Oberthaler Rat hat dieser Windpark-Gesellschaft bereits zugestimmt.

Darüber hinaus sei geplant, dass sich Bürger am Projekt beteiligen. Details werden noch erarbeitet. In Merchingen/ Landkreis Merzig-Wadern gab die VSE zum Beispiel Windscheine aus. Bürger konnten sich über eine Art Darlehen mit mindestens 2000 Euro beteiligen und bekamen dafür Zinsen.

"Wir unterzeichnen heute einen richtungweisenden Vertrag", sagte Stephan Rausch. Mit der Gemeinde, der WVW und der Energie-Projektgesellschaft im Landkreis seien neben der VSE erstmals regionale Partner bei einem solchen Windpark an Bord.

"Als regionaler Versorger stellen wir uns der Energiewende mit den Gemeinden und Versorgern vor Ort", sagte VSE-Vorstand Tim Hartmann. Er lobte die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde. "Das ist der Grund, dass das Projekt so schnell verwirklicht werden kann." Als Vertreter der Energie-Projektgesellschaft freute sich Landrat Udo Recktenwald (CDU) über das "erste gemeinsame Windparkprojekt im Landkreis". Die Energiewende könne nur regional gelingen. Wichtig seien regionale Akzeptanz und auch regionale Wertschöpfung.