20 Kinder aus Tschernobyl sind zu Gast in Kirkel

Kirkel-Neuhäusel. Zu einem mehrwöchigen Ferienaufenthalt in Kirkel-Neuhäusel wurden gestern Abend zehn Mädchen und zehn Jungen sowie drei Dolmetscherinnen aus dem einstigen Katastrophengebiet Tschernobyl erwartet Eingeladen wurden sie vom Arbeitskreis "Hilfe für Kinder aus Tschernobyl". "Die Gäste kommen aus Weißrussland", sagt Organisatorin Inge Jäger

Kirkel-Neuhäusel. Zu einem mehrwöchigen Ferienaufenthalt in Kirkel-Neuhäusel wurden gestern Abend zehn Mädchen und zehn Jungen sowie drei Dolmetscherinnen aus dem einstigen Katastrophengebiet Tschernobyl erwartet Eingeladen wurden sie vom Arbeitskreis "Hilfe für Kinder aus Tschernobyl". "Die Gäste kommen aus Weißrussland", sagt Organisatorin Inge Jäger. Viele meinten, die radioaktive Wolke sei nur über dem ukrainischen Tschernobyl gewesen. Jedoch habe die Windrichtung dafür gesorgt, dass die weißrussische Region überaus stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Obwohl der Super-Gau bereits 1986 stattfand, bräuchten die Kinder, die im Naturfreundehaus wohnen, weiterhin Unterstützung und gesunde Ernährung. Jäger ist seit Beginn des Arbeitskreises im Jahr 1991 dabei. Hervor ging diese Aktion aus der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratische Frauen (AsF), die bereits 1990 ein Hilfsprojekt ins Leben gerufen hatten. Hilfe, insbesondere finanzielle, werde auch weiterhin dringend benötigt. Zu den größten Sponsoren gehört der Bexbacher Unternehmer Dieter Buchholz; weitere Hilfe kommt aus Handel und Gewerbe oder aus privater Hand. Auf die aktuelle Lage in Tschernobyl angesprochen, sagte Inge Jäger: "Die Luft ist dort nicht mehr so stark belastet, dafür sind weiterhin Boden und Wasser sehr verschmutzt. Die Kinder leben, essen dort, trinken das Wasser und sind entsprechend immun-geschwächt. Deswegen dient der Aufenthalt hier der Stärkung der Abwehrkräfte." Deshalb wird den Kindern bei dem Aufenthalt viel geboten. Das reicht vom Wandern im Wald, einer Burgbesichtigung, einem Besuch im Neunkircher Zoo bis zu einem Tag im Mandelbachtal, den das Rote Kreuz und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) organisieren, sowie Schwimmbadbesuche. jkn

Auf einen BlickDie Katastrophe von Tschernobyl ereignete sich am 26. April 1986 im Atomkraftwerk Tschernobyl nahe der heutigen ukrainischen und damaligen sowjetischen Stadt Prypjat. Es kam zu einer Kernschmelze und Explosion im Kernreaktor Block 4. Dieser Super-Gau gilt als als eine der schlimmsten Öko-Katastrophen aller Zeiten. Große Mengen an radioaktivem Material wurden in die Luft geschleudert und verteilten sich hauptsächlich über die Region nordöstlich von Tschernobyl, aber auch über Regionen Europas. Tausende Menschen, Tiere und Pflanzen wurden verseucht. Über den Reaktor wurde ein Betonmantel gelegt. jkn