14 Flächen für Windräder geplantDie einzelnen Standorte im Überblick

14 Flächen für Windräder geplantDie einzelnen Standorte im Überblick

Nonnweiler. Auf den Hügeln des nördlichen Saarlandes weht der Wind besonders kräftig. Das gilt auch für die Hochwaldgemeinde Nonnweiler. 14 so genannte Vorrangflächen für Windenergie will die Gemeinde im Flächennutzungsplan verankern. Insgesamt können dann auf 550 Hektarn Windräder entstehen, was etwa acht Prozent der Gemeindefläche entspricht

Nonnweiler. Auf den Hügeln des nördlichen Saarlandes weht der Wind besonders kräftig. Das gilt auch für die Hochwaldgemeinde Nonnweiler. 14 so genannte Vorrangflächen für Windenergie will die Gemeinde im Flächennutzungsplan verankern. Insgesamt können dann auf 550 Hektarn Windräder entstehen, was etwa acht Prozent der Gemeindefläche entspricht.Grundsätzlich, so sieht es das Gesetz vor, ist der Bau von Windrädern außerhalb von Ortschaften priviligiert. Im Umkehrschluss heißt dies, wenn eine Kommune die Genehmigung zum Bau einer solchen Anlage nicht geben will, muss sie gute Gründe haben, die auch einem Gerichtsverfahren standhalten. Deshalb hat Nonnweiler vor einem Jahr beschlossen, den Flächennutzungsplan entsprechend zu ändern. Mit der Planung hat der Gemeinderat das Büro Kernplan aus Illingen beauftragt, mit der rechtlichen Beratung die Kanzlei Rapräger und Hoffmann. "Wir müssen rechtlich auf der sicheren Seite sein", unterstreicht Bürgermeister Franz Josef Barth im SZ-Gespräch. Denn mit der Ausweisung der Vorranggebiete ist auch klar, dass an anderen Stellen keine Windräder errichtet werden dürfen.

Zunächst hat Kernplan in einer Standort-Analyse untersucht, welche Flächen sich überhaupt für Windräder eignen. Dann hat das Unternehmen nach verschiedenen Kriterien Flächen ausgeschlossen. Ein solches, für den Bürgermeister wichtiges, ist die Entfernung zur bebauten Ortslage. Barth: "Der Mindestabstand muss 800 Meter betragen." Weitere Ausschlusskriterien waren etwa bestehende Gewerbe- und Freizeitnutzungen, Naturschutzgebiete, Wasserschutzzonen, Denkmäler.

Kritik aus Ortsräten

Letztlich hat Kernplan 14 Vorranggebiete festgehalten, die sich im nördlichen und südlichen Gemeindebereich konzentrieren, vor allem um die Dörfer Sitzerath, Primstal und Nonnweiler. Mit der Planung haben sich auch die Ortsräte befasst. Diese stößt bei diesen nicht überall auf Zustimmung. Kritik gibt es zum Beispiel aus Sitzerath und Nonnweiler. Bürgermeister Barth sagt dazu: "Ich kann politischen Widerstand nachvollziehen, allerdings haben wir keinen Spielraum." Die Gemeinde sei gehalten, ausreichend Raum für Windkraft zu schaffen. Ablehnungsgründe müssten einer gerichtlichen Überprüfung standhalten.

Mit dem Ausbau der Windenergie beschäftigt sich der Gemeinderat in seiner Sitzung am heutigen Donnerstag, 18 Uhr, im Bürgeraus Braunshausen. Zum einen geht es dabei um die Billigung der Entwurfsplanung zur Änderung des Flächennutzungsplanes. Und zum zweiten um die frühzeitige Beteiligung von Behörden und Nachbargemeinden. Hauptamtsleiter Michael Borre: "Der Flächennutzungsplan geht ins Genehmigungsverfahren. Wir geben jetzt den Startschuss."

Borre rechnet damit, dass direkt nach Abschluss des Planungsverfahrens die ersten Bauanträge von Firmen eingehen. Einige haben sich schon bei der Gemeinde gemeldet.

Nonnweiler. Das Unternehmen Kernplan listet 14 Vorranggebiete auf:

Standort 1: Am Benkelberg, nordwestlich von Sitzerath an der Gemeindegrenze. Größe: 46 Hektar.

Standort 2: Grendericher Höhe, nördlich von Sitzerath an der Gemeindegrenze. Größe: 29 Hektar.

Standort 3: Epplerswald, nördlich der A 1 an der Gemeindegrenze, Größe: 78 Hektar.

Standort 4: Lindenstein, nördliche Gemeindegrenze, östlich Epplerswald, Größe: 16 Hektar.

Standort 5: Wittum-Berg, östlich der Landstraße 149, nördliche Gemeindegrenze, Größe: 57 Hektar.

Standort 6: Westlich Talsperre Nonnweiler, nördliche Gemeindegrenze, Größe: 67 Hektar.

Standort 7: Spatzenkopf, nördlich der Autobahn A1 bei Mettnich, Größe: 7,4 Hektar.

Standort 8: Auf dem Ofen, nordwestlich des Spatzenkopfes, Größe: 14 Hektar.

Standort 9: Sengert, nördlich der Autobahn A1 in Höhe Mettnich, Größe: 68 Hektar.

Standort 10: Katharinenwald, südöstlich der Gemeindegrenze im Wald, der an die A 1 angrenzt, Größe: 31 Hektar.

Standort 11: Hardtz/Belzet: südlich von Mühlfeld an der südlichen Gemeindegrenze: Größe: 56 Hektar.

Standort 12: Langheck, bestehender Windpark und mögliche Erweiterungsfläche, südwestlich von Mühlfeld, Größe: 44 Hektar.

Standort 13: Südwestlich Rehköpfchen, nordwestlich von Mettnich auf Höhe "Auf dem Ofen", westliche Gemeindegrenze, Größe: 22 Hektar.

Standort 14: Südwestlich Felsenberg, westlich von Sitzerath an der Gemeindegrenze im Anschluss an Standort Am Benkelberg. Größe: 14 Hektar. vf

Foto: privat/SZ