Saarland bekommt vom Mittelstand schlechte Noten

Saarland bekommt vom Mittelstand schlechte Noten

Stuttgart/Saarbrücken. In keinem anderen Bundesland ist die Zustimmung der Mittelständler zu den regionalen Rahmenbedingungen so gering wie im Saarland. Das ist das Ergebnis des aktuellen Mittelstandsbarometers der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young, das gestern veröffentlicht wurde

Stuttgart/Saarbrücken. In keinem anderen Bundesland ist die Zustimmung der Mittelständler zu den regionalen Rahmenbedingungen so gering wie im Saarland. Das ist das Ergebnis des aktuellen Mittelstandsbarometers der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young, das gestern veröffentlicht wurde. Demnach bewerteten die Unternehmen ihr Bundesland nochmals um fünf Prozentpunkte schlechter als ein Jahr zuvor. Auf einer Skala von 1 (schlecht) bis 4 (gut) gaben die Saar-Mittelständler ihrem Bundesland im Standort-Ranking den Wert 2,93. Der bundesweite Durchschnitt lag bei 3,18.Im Vergleich der Bundesländer kam das Saarland auch bei den Themen Mittelstands- und Infrastrukturpolitik auf den letzten Platz. Nur 70 Prozent der Befragten bewerteten die Bemühungen der Politik für den Mittelstand mit "eher gut" oder "gut". Im bundesweiten Durchschnitt liegt der Wert bei 79 Prozent. Auch in diesem Feld sank die Zustimmung im Vergleich zum März 2012 - und zwar um 16 Prozentpunkte. Die Anzahl positiver Stimmen zur Infrastrukturpolitik schrumpfte im Vergleich zum Vorjahr sogar um knapp ein Viertel auf nun 67 Prozent. Für die Daten wurden deutschlandweit 3000 mittelständische Unternehmen befragt, die 30 bis 2000 Mitarbeiter haben.

Doch auch deutschlandweit fällt das Ergebnis ernüchternd aus: Nur noch jeder dritte Mittelständler ist demnach mit den Rahmenbedingungen an seinem Standort uneingeschränkt zufrieden. Damit fällt der Anteil derjenigen, die die Gegebenheiten vor Ort rundum gut bewerten, von 40 auf 34 Prozent. Erstmals seit 2009 sank auch die Zustimmung zur bundesweiten Standortpolitik. Bei der letzten Umfrage bewerteten 80 Prozent der Befragten diese als positiv. Im Vorjahr waren es noch 87 Prozent der Mittelständler gewesen.

Am zufriedensten waren Unternehmen in Bayern. Der Freistaat liegt mit den besten Wertungen in Bildungs-, Mittelstands- oder Förderpolitik auf Platz 1 - gefolgt von Baden-Württemberg und Niedersachsen. Hinten landeten kurz vor dem Saarland noch Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

Besonders große Sorgen bereiten dem deutschen Mittelstand neben der europäischen Schuldenkrise auch noch die hohen Energiepreise. dpa