Saarländischer Verkehrsverbund wegen Tarifanhebung in der Kritik

Saarländischer Verkehrsverbund wegen Tarifanhebung in der Kritik

Für die geplanten Preiserhöhungen zu Beginn des neuen Jahres erntet der Saarländische Verkehrsverbund (Saar-VV) heftige Kritik . Die Grünen-Landtagsfraktion bezeichnet die Tarifanhebung von 3,2 Prozent als "überzogen", die Linksfraktion als "unverhältnismäßig".

Auch der Verkehrsclub Deutschland, der sich für eine Verbesserung des Nahverkehrs einsetzt, hält das Vorgehen des Saar-VV für "nicht nachvollziehbar", wie die Landesvorsitzende Andrea Schrickel sagt. Für besonders widersinnig hält sie die Verteuerung der Einzelfahrscheine um bis zu 4,55 Prozent. Die Preise hätten inzwischen "Abschreckungsniveau". Mit solchen Tarifen signalisiere der Saar-VV den Gelegenheitsnutzern, dass Busfahren teuer ist. Neukunden könne man so nicht gewinnen. Schrickels Urteil über den Verbund fällt drastisch aus: "Der Preis ist hoch, das Angebot schlecht, die Preisstruktur nicht nachvollziehbar, und Marketing findet praktisch nicht statt." Damit mehr Saarländer Bus und Bahn fahren, fordert sie eine völlige Neuorganisation des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV).

"Damit der ÖPNV endlich attraktiv wird, müssen die Fachkompetenzen, Zuständigkeiten und Finanzmittel unter einem Dach gebündelt werden", verlangt auch Grünen-Fraktionschef Hubert Ulrich . Die bisherige Vergabe der Fördergelder an die Verkehrsunternehmen laufe nach Gutsherrenart. Nach Darstellung der Grünen erreichen vergleichbare Verkehrsverbünde in Aachen, Augsburg oder Hannover deutlich bessere Zahlen.