Saarländische Verlage bei der Buchmesse

Saarländische Verlage bei der Buchmesse

Auch diesmal sind die saarländischen Verlage Conte und Gollenstein auf der Buchmesse. Doch was bringt kleinen Verlagen wie ihnen die Präsenz in Frankfurt?

Autoren, Agenten, Buchhändler - zu Tausenden tummeln sie sich wieder auf der Frankfurter Buchmesse. Der "normale" Besucher verliert hier schnell den Überblick. Es ist laut, stickig, anstrengend. Man mag sich kaum vorstellen, dass diese auf Happenings und Bestseller-Vermarktung ausgerichtete Veranstaltung für ambitionierte Kleinverlage noch immer die große Bedeutung besitzt, die sie vielleicht einst besaß.

Und doch ist auch die 65. Ausgabe der Buchmesse mehr als ein Spektakel. Für die saarländischen Verlage Conte (St. Ingbert) und Gollenstein (Saarbrücken) ist das der Grund, warum sie auch diesmal wieder ohne zu Zögern bereit waren, tausende Euro für Messe-Stände auszugeben. "Wir sind nicht in Frankfurt, um Massen an Büchern zu verkaufen. Es geht um Kontakte, die sind das Salz in der Suppe", sagt Gollenstein-Chef Oliver Elm. Er ist mit seinem Datenlogistik-Unternehmen O.E.M. schon seit längerem regelmäßig hier, diesmal erstmals auch als Verleger. In Halle 4.0 (Stand B37) präsentieren vier seiner Mitarbeiter neben den O.E.M.-Dienstleistungen auch die aktuellen Gollenstein-Titel. Lesungen gibt es nicht, aber Autoren wie Peter Jackob ("Die Jagdgesellschaft von Billingshurst"), der Illustrator Alfons Kiefer und Fotograf Axel Klein, dessen Porträtfotoband "Zorn" bei Gollenstein erschienen ist, besuchen den Stand.

Ein alter Hase auf der Buchmesse ist der St. Ingberter Conte Verlag. Seit Mittwoch organisieren drei Mitarbeiter den Conte-Stand (Halle 4.1, Stand D26/28) gegenüber der "Leseinsel der unabhängigen Verlage". Es gebe hier die Möglichkeit für Professionelle "quer durch die Branchen", sich "mal Angesicht zu Angesicht gegenüberzustehen", sagt Conte-Mitarbeiter Tobias Raubuch. Immer wieder kämen Autoren vorbei, die sich über den Verlag informieren wollten, bevor sie ein Manuskript einreichen. Autoren, die bereits an Bord sind, nutzen die Gelegenheit zum Gespräch mit Lesern und Lektoren. Nicht selten, so Raubuch, entstünden hier Ideen für neue Projekte.

Am Samstag kann man diese Autoren bei Conte treffen: Mark Heydrich ("Cloud city", 10 Uhr), Lilo Beil ("Mord auf vier Pfoten", 11.30 Uhr), Andrea Haberney ("Arsen und Apfelwein", 14 Uhr). Am Sonntag, 10.30 Uhr, ist der Künstler Seiji Kimoto zu Gast. Von ihm erscheint im Herbst "Vom Baum geschüttelt. Schrecklich heitere Zwiegespräche".

Mehr von Saarbrücker Zeitung