Saaris stockt Beratungsangebot auf

Saaris stockt Beratungsangebot auf

Die Standortagentur Saaris stärkt ihre Servicestelle Arbeiten und Leben im Saarland. Mit einer zusätzlichen Stelle, die von der EU mitfinanziert wird, ist noch mehr Beratung zur Familienfreundlichkeit von Unternehmen möglich.

Mitarbeiter haben unvorhergesehen einen Pflegefall in der Familie, wollen wegen ihrer Kinder auf ein familienfreundlicheres Arbeitszeitmodell umstellen oder gerne von zu Hause aus arbeiten. "Viele - vor allem kleine Unternehmen - beschäftigen sich in ihrem Tagesgeschäft nicht mit solchen Themen", sagt Ute Knerr, Leiterin der Servicestelle Arbeiten und Leben im Saarland (ALS), die bei der Standort-Agentur Saaris angesiedelt ist. "Dass ein Mitarbeiter einen Pflegefall in der Familie hat, kommt bei kleinen Unternehmen vielleicht einmal alle 20 Jahre vor", sagt sie. Dann ist ALS erster Ansprechpartner für Saar-Unternehmen.

Seit über sechs Jahren treibt die Servicestelle das Thema Familienfreundlichkeit in saarländischen Unternehmen voran, hat im Rahmen des Gütesiegels "Familienfreundliches Unternehmen" bereits zahlreiche individuelle Lösungen für verschiedene Firmen erarbeitet. "Es gibt da keine Standard-Modelle", sagt Knerr. Jeder Einzelfall müsse einzeln betrachtet werden.

Während Knerr bisher die Unternehmen aktiv angesprochen hat, um bei ihnen im Sinne der Fachkräftesicherung Familienfreundlichkeit zu etablieren, soll ALS künftig noch stärker als Beratungsstelle wirken. Quasi als Hotline, wenn Unternehmen ein konkretes Problem haben. Dafür werde das Team jetzt noch um eine dritte Stelle aufgestockt, sagt Saaris-Chef Christoph Lang.

Zielgruppen seien vor allem Kleinunternehmen und Personaler, deren Mitarbeiter wegen Veränderungen im Privaten neue Arbeitsmodelle benötigen. Gerade die Pflegeproblematik gewinnt dabei laut Lang angesichts einer älter werdenden Gesellschaft zunehmend an Bedeutung. Auch für die Unternehmen ist das Thema eine Herausforderung, weil sich Pflegebedürftigkeit - anders als die Elternschaft nicht ankündigt: "Sie kommt meist aus heiterem Himmel", sagt Knerr.

Finanziert wird die Arbeit des ALS-Teams in den kommenden fünf Jahren zum Teil von der Europäischen Union in Brüssel: Die Hälfte der Mittel kommt laut Lang aus dem Europäischen Sozialfonds. Den Rest teilen sich das Wirtschaftsministerium und die saarländische Industrie- und Handelskammer (IHK), beide Träger von Saaris.

Grundidee der Servicestelle ist es, durch familienfreundlichere Arbeitsbedingungen die Erwerbstätigkeit von Frauen im Saarland zu steigern. "Das Saarland liegt mit einer Frauenerwerbsquote rund zwei Drittel auf dem letzten Platz aller Bundesländer", sagt Lang. Hier bestehe dringender Nachholbedarf.

arlesaar.de

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