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Saarbrücker Forscher des DFKI entwickeln Software zur Senkung der Betriebskosten

Hannover. Wie sich Firmenflotten von Elektroautos kostengünstiger betreiben lassen, zeigen Saarbrücker Wissenschaftler des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz auf der Computermesse Cebit. Lothar Warscheid

Ele ktro-Autos sind in der Anschaffung teuer, bei den Betriebskosten aber günstig. Also müssen sie viel unterwegs sein, damit sie im Vollkosten-Vergleich gegenüber einem Pkw mit Verbrennungsmotor mithalten können. Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) mit Hauptsitz in Saarbrücken will hier zusammen mit anderen Partnern Abhilfe schaffen und E-Autos besser auslasten. "eFahrung" heißt das Projekt. Es geht um eine flottenübergreifende Nutzung von Elektro-Fahrzeugen. Erste Ergebnisse werden diese Woche auf der weltgrößten Computermesse Cebit in Hannover am DFKI-Stand vorgestell t.

Setzt eine Firma - beispielsweise ein Sicherheitsunternehmen - seine Flotte von E-Fahrzeugen vormittags und abends ein, können die Autos tagsüber etwa von einem Apotheken-Lieferdienst genutzt werden. "Seit Mitte 2013 simulieren wir diese Vermischung von zwei Fahrzeug-Flotten", erläutert Christian Gürtler vom DFKI-Forschungspartner UI (urban institute) aus Chemnitz. Dabei werden Daten von Flottenautos mit Benzinmotor als Grundlage genommen. "Denn mit den Widrigkeiten des Wetters, mit Staus und Baustellen müssen alle Autofahrer kämpfen." Bei E-Autos werden noch Faktoren wie Ladezeiten oder die Dichte der Ladestationen berücksichtigt. Bis Ende 2015 soll ein Geschäftsmodell für firmenübergreifende Flotten von E-Autos stehen. "Es muss erreicht werden, dass jedes E-Auto mindestens 30 000 Kilometer pro Jahr fährt", sagt Gürtler. "Dann kann es bei den Vollkosten mit konventionellen Fahrzeugen mithalten."

In die zweite Phase tritt der Artikel-Finder, den das DFKI zusammen mit der Warenhaus-Kette Globus entwickelt hat. Dahinter verbirgt sich eine elektronische Anzeigentafel, auf der Kunden einen Artikel über ein Touchscreen eingeben können, den sie gerade suchen. Auf der Cebit stellt Andreas Rebmann vom DFKI die erste Version einer Smartphone-Applikation (App) vor, die derzeit nur für das i-Phone von Apple entwickelt wurde. Wer Kaffeesahne oder einen anderen der rund 120 000 Supermarkt-Artikel sucht, den lotst das Handy zum richtigen Regal.

Die Artikelfinder, die in den Globus-Märkten in Saarbrücken-Güdingen und Koblenz-Bubenheim fest installiert sind und an Wochentagen von rund 1000 Kunden genutzt werden, "sind ebenfalls verbessert worden", sagt Rebmann. "Der Aufbau des Touchscreens ist jetzt wesentlich benutzerfreundlicher." Diese Aufgabe übernahm der Fachbereich Medieninformatik an der Saar-Universität. Dort lernen Studierende neben der Informatik auch den Umgang mit Gestaltungs- und Design-Elementen - und zwar an der Hochschule der Bildenden Künste (HBK) Saar.


Zum Thema:
Eine Unternehmens-Ausgründung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) aus Kaiserslautern ist in Hannover mit dem Cebit Innovation Award ausgezeichnet worden. Es handelt sich um die Firma Digipen Technologies, die eine fälschungssichere biometrische Unterschrift (digisign) entwickelt hat. Unterschrieben wird mit einem digitalen Stift, der neben einer Mine auch Drucksensoren und eine Kamera enthält. Das signierte Dokument wird verschlüsselt und an digisign übermittelt. Dort wird die Unterschrift gespeichert. Sie ist dann rechtssicher und revisionsverbindlich. Der Preis für die Firma ist mit 20 000 Euro dotiert. low