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Saarbrücker Bäckereikette Maus gerettet

Saarbrücken. Für die insolvente Bäckereikette Maus hat sich ein Käufer gefunden. Er will alle acht Filialen offenhalten und die 62 Mitarbeiter weiterbeschäftigen. low

Die insolvente Saarbrücker Bäckereikette M. Maus mit ihren acht Filialen und 62 Mitarbeitern ist gerettet. Das teilte gestern der Insolvenzverwalter, der Homburger Rechtsanwalt Oliver Rösler, mit. Es habe sich ein Käufer gefunden, der "nicht aus dem Gesellschafterumfeld der insolventen Gesellschaft stammt".

Der Käufer wird von dem Rechtsanwalt Volker Müller von der Saarbrücker Kanzlei Wolf & Obermann betreut. Müller sagte, dass es sich um den saarländischen Unternehmer Jürgen Schneider handelt, der künftig als geschäftsführender Gesellschafter bei der Bäckereikette Maus das Sagen haben wird. Schneider sei vorher schon als Unternehmer erfolgreich tätig gewesen, komme allerdings nicht aus dem Bäckereifach. Er traue sich zu, die Kette als Ganzes zu übernehmen und erfolgreich weiterzuführen. Nähere Angaben zur Person seines Mandanten machte Müller nicht. Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) begrüßt die Rettung des Unternehmens. "Das ist für uns eine gute Nachricht", sagt NGG-Bezirkssekretär Mark Baumeister. "Wir werden mit dem neuen Eigentümer zeitnah Kontakt aufnehmen."

Die Bäckereikette Maus war Mitte Juni ein zweites Mal in die Insolvenz gerutscht, nachdem zwei Monate lang Löhne und Gehälter nicht gezahlt worden waren. Bereits im August 2011 war das Unternehmen gezwungen gewesen, dem Gang zum Amtsgericht anzutreten. Damals gab es noch 17 Verkaufsstellen und 105 Beschäftigte. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde seinerzeit der St. Ingberter Rechtsanwalt Matthias Bayer bestellt.

Noch im gleichen Monat wurden sieben der 17 Filialen geschlossen. Im Oktober 2011 übernahm Melitta Maus, die Ehefrau des bisherigen Mehrheitsgesellschafters, den Geschäftsbetrieb und führte ihn mit damals 75 Mitarbeitern und sieben Filialen weiter. Bäckereien haben es nach Angaben von Branchenbeobachtern schwer. Vor allem Discounter wie Aldi machen mit ihren Niedrigpreisen dem Traditionshandwerk das Leben schwer.