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Saarbahn fährt nach Etzenhofen

Saarbrücken. Die Saarbahn wird am 26. September ihren Betrieb auf der neuen Strecke zwischen Riegelsberg Süd und Etzenhofen aufnehmen. Das bestätigte gestern Saarbahn-Geschäftsführer Norbert Reuter. Bei den Testfahrten und Streckenabnahmen am Wochenende seien keine größeren Mängel zu Tage getreten. "Es gibt noch ein paar Dinge, die wir abarbeiten müssen, der Inbetriebnahme am 26 Von SZ-Redakteur Joachim Wollschläger

Saarbrücken. Die Saarbahn wird am 26. September ihren Betrieb auf der neuen Strecke zwischen Riegelsberg Süd und Etzenhofen aufnehmen. Das bestätigte gestern Saarbahn-Geschäftsführer Norbert Reuter. Bei den Testfahrten und Streckenabnahmen am Wochenende seien keine größeren Mängel zu Tage getreten. "Es gibt noch ein paar Dinge, die wir abarbeiten müssen, der Inbetriebnahme am 26. September steht nichts mehr im Wege", sagt Reuter.Mit der Eröffnung endet für die Riegelsberger eine lange Wartezeit, denn eigentlich sollte die Strecke schon längst in Betrieb sein. Bereits Ende 2007 sollten die Züge bis Etzenhofen fahren, der Ausbau bis Lebach war für Ende 2010 geplant. So jedenfalls hatte es der damalige Saarbahn-Geschäftsführer Franz Heinrich Ende 2006 prognostiziert. Doch eine Vielzahl von Einspruchsverfahren der Anwohner brachte den Bau zum Erlahmen. "Es war sicher der schwierigste Streckenabschnitt, den wir zu bauen hatten", sagte Reuter. "Dass es zu so vielen Einsprüchen kommen würde, hatten wir nicht erwartet." Doch nicht nur die Einsprüche der Bevölkerung hemmten die Eröffnung der Teilstrecke bis Etzenhofen. "Ursprünglich war geplant, die Strecke erst nach Fertigstellung des Teilstücks bis Heusweiler Markt zu eröffnen", sagte Saarbahn-Sprecherin Christa Horn. Grund dafür sind die Zuschussregelungen des Landes. Weil die Strecke bis Etzenhofen auf Stadtgebiet verläuft, gibt es dafür eigentlich keine Landeszuschüsse. Auf dieser Strecke aber fällt ein Defizit von 630 000 Euro jährlich an, das bei einem Betrieb bis Heusweiler teilweise über die Landeszuschüsse hätte ausgeglichen werden können. Mittlerweile ist aber laut Staatssekretär Albert Hettrich (CDU) eine Lösung gefunden, bei der sich Saarbrücken, Riegelsberg und indirekt auch das Land an den Kosten beteiligen.Saarbahn-Chef Reuter ist optimistisch, dass es jetzt zügig mit dem Bau weitergeht. Für die Strecke bis Heusweiler Markt würden aktuell die Aufträge vergeben. Schon in den kommenden Wochen werde der Bau der Trassen und Oberleitungen beginnen. Für Anfang 2011 sei die Streckeneröffnung geplant. Auch bei der Strecke bis Lebach, die 2013 eröffnet werden soll, sei alles im Plan. Mit größeren Einsprüchen rechnet Reuter hier nicht mehr. "Der Planfeststellungsbeschluss steht, und es sind die nötigen Absprachen an jeder Stelle erfolgt." Dieser Abschnitt sei auch weit weniger kompliziert, denn "hier bauen wir ja auf der grünen Wiese".Dass das allerdings auch dort nicht immer ohne Probleme abgeht, zeigt das Beispiel der Familie Bauer aus dem Lebacher Stadtteil Landsweiler. Denn Hof und Weide werden durch die Bahn getrennt - und täglich müssen 180 Kühe von der einen auf die andere Seite der Trasse. Landwirt Bauer forderte nun eine Brücke oder einen Tunnel für sein Vieh. Doch auch hier sei eine Einigung gefunden worden, sagte die Saarbahn-Sprecherin.