Saar-Wirtschaft erholt sich leicht"Krise wirkt noch lange nach"

Saar-Wirtschaft erholt sich leicht"Krise wirkt noch lange nach"

Saarbrücken. Die Konjunktur an der Saar hat sich im Oktober weiter stabilisiert. Zu diesem Ergebnis kommt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Saarland nach ihrer jüngsten Umfrage in Betrieben, an der sich 180 Unternehmen beteiligten, die 110 000 Beschäftigte repräsentieren

Saarbrücken. Die Konjunktur an der Saar hat sich im Oktober weiter stabilisiert. Zu diesem Ergebnis kommt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Saarland nach ihrer jüngsten Umfrage in Betrieben, an der sich 180 Unternehmen beteiligten, die 110 000 Beschäftigte repräsentieren.Der IHK-Lageindikator, der die Geschäftslage der Unternehmen widerspiegelt, ist um zwei Punkte gestiegen, liegt sieben Zähler über seinem Tiefststand vom April. 70 Prozent der Betriebe bewerten ihre Lage mit gut oder befriedigend. Gleichzeitig deuten die Aussichten der Unternehmen auf eine leichte Belebung der Konjunktur in den kommenden Monaten hin. Der überwiegende Teil erwartet, dass sich die Erholung der Wirtschaft über die Wintermonate fortsetzt. Der IHK-Erwartungsindikator liegt mit plus vier Punkten zum vierten Mal in Folge im positiven Bereich. IHK-Konjunkturexperte Heino Klingen bilanziert: "Die Saarwirtschaft hat im Sommer die Konjunkturwende geschafft." Aktuell bewege sich die Wirtschaft auf flachem Wachstumspfad nach oben. Hilfreich seien Konjunkturprogramme im In- und Ausland. Von den Unternehmen bewerteten 20 Prozent ihre Geschäfte mit gut, 50 Prozent mit befriedigend, 30 Prozent mit schlecht. Obwohl mehr Aufträge im Fahrzeugbau, im Maschinenbau und in der Stahlindustrie kommen, bleibe die Lage in diesen Kernbranchen der Industrie angespannt. Deutlich besser laufen Stahlbau-, Medizin- Mess- und Regeltechnik. Gut ist die Lage in einigen Bereichen des Dienstleistungssektors, vor allem bei Versicherungen und der IT-Branche. Im Handel überwiegen positive Stimmen. Eher schlecht laufen die Geschäfte im Hotel- und Gaststättengewerbe. Am Bau ist die Lage durchwachsen. 13 Prozent der Unternehmen rechnen über Winter mit besseren, 78 Prozent mit gleich bleibenden, neun Prozent mit schlechteren Geschäften. red München. Die deutsche Wirtschaft hat nach Einschätzung des ifo Instituts trotz positiver Konjunktursignale noch eine längere Durststrecke vor sich. "Diese Krise wird noch eine ganze Weile nachwirken", sagte ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger am Freitag. Der nur leichte Anstieg des ifo-Index im Oktober zeige, dass der Erholungsprozess nur zäh vorankomme. "Von einem Aufschwung wollen wir noch nicht reden. Die Wirtschaft erholt sich, aber sie ist noch anfällig." Vor allem die Industrie leide weiter unter einer mangelnden Auslastung der Produktionskapazitäten. Das schlage sich auf die Personalpläne der Unternehmen nieder: "Die Firmen planen weiter einen Beschäftigungsabbau, allerdings nicht mehr ganz so stark wie in den Vormonaten."Vor allem exportabhängige Industrieunternehmen hatten die weltweite Wirtschaftskrise stark zu spüren bekommen und Personalanpassungen angekündigt. Sie zeigten sich allerdings im Oktober wieder etwas zuversichtlicher für ihre Exportchancen, sagte Abberger, das lasse mit Blick auf den Arbeitsmarkt hoffen. Anlass für eine Entwarnung sieht der Konjunkturexperte noch nicht. Risikofaktor für die Exportchancen sei der starke Euro. Der ifo-Geschäftsklima-Index stieg nach 91,3 Punkten im September auf 91,9 Punkte. dpa