Saar-Handwerk kommt in Fahrt

Saar-Handwerk kommt in Fahrt

Nach einem schwierigen Jahresbeginn blickt das saarländische Handwerk wieder optimistisch in die Zukunft. Das ergab die Herbstumfrage der saarländischen Handwerkskammer.

Das saarländische Handwerk hat wieder Fahrt aufgenommen. "Die Frühjahrsdelle ist weitgehend ausgeglichen. Die Stimmung in unseren Betrieben ist gut. Fast stabile Umsätze und eine vergleichsweise hohe Auslastung der Kapazitäten beweisen, dass die Handwerkskonjunktur wieder Tritt gefasst hat. Unsere Betriebe blicken daher zuversichtlich sowohl auf den restlichen Jahresverlauf als auch auf 2014", sagte Georg Brenner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer des Saarlandes (HWK), gestern in Saarbrücken bei der Vorlage der Herbst-Konjunkturumfrage unter 1500 Betrieben.

Auch die aktuelle Auftragsentwicklung stimme optimistisch. Dennoch "wird das Handwerk die Umsatzverluste vom wetterbedingt schlechten Jahresbeginn vermutlich nicht ganz kompensieren können", sagte Brenner. Der Umsatz werde in diesem Jahr auf rund 5,4 Milliarden Euro zurückgehen und damit drei bis vier Prozent unter dem Wert von 2012 liegen, prognostiziert die Kammer. Auch sei mit einem Minus bei der Zahl der Beschäftigten von etwa einem Prozent auf rund 65 000 zu rechnen.

Für 2014 erwartet das Saar-Handwerk angesichts des für den Bund vorhergesagten Wirtschaftswachstums von bis zu zwei Prozent eine positive Entwicklung. Dennoch müssten auch die Risiken beachtet werden, so Brenner: etwa der Engpass an Fach- und Nachwuchskräften, die Entwicklung der Energiepreise oder ein womöglich erneutes Aufflammen der Euro-Krise. Auch sei unklar, ob die künftige Bundesregierung Beschlüsse fasst, die sich negativ aufs Handwerk auswirken, sagte Brenner.

Das Bauhaupt- und das Ausbaugewerbe waren in jüngster Zeit die wesentlichen Konjunkturstützen. Das anhaltend niedrige Zinsniveau fördert Investitionen in den Wohnungsbau - vor allem in Modernisierung, energetische Sanierung, aber auch Neubau. Die Nahrungsmittelhandwerke haben sich nach HWK-Angaben gut entwickelt und profitieren von der Konsumlust. Im Kfz-Handwerk hat das Werkstattgeschäft deutlich angezogen, während der Auto-Handel nach wie vor schwächelt. Die Stimmung bei Friseuren, Fotografen und Kosmetikern sowie im Gesundheitsgewerbe war trüber. Nachfrage und Umsatz gingen demnach zurück.

Kritisch äußerte sich Brenner zu einem einheitlichen, flächendeckenden Mindestlohn: "Das sollte man den Tarifparteien überlassen, die etwas davon verstehen und Löhne aushandeln, die nicht beschäftigungsschädlich sind."