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Saar-Firmen klagen über Bürokratie beim Mindestlohn

Saarbrücken. In einer IHK-Umfrage klagen viele saarländische Unternehmen über den Mehraufwand durch den Mindestlohn. Die IHK fordert deshalb Nachbesserungen. Gewerkschaften und Parteien widersprechen. Janek Böffel

Mehr als drei Viertel der saarländischen Unternehmen beklagen den gestiegenen Verwaltungsaufwand beim neuen Mindestlohn . Das geht zumindest aus einer Umfrage der saarländischen Industrie- und Handelskammer (IHK) hervor. An der Studie hatten sich laut IHK 450 Unternehmen aus den Bereichen Handel, Verkehr, Gastronomie und Gesundheit mit insgesamt über 23 000 Arbeitnehmern beteiligt. 46 Prozent bezeichnen den Aufwand durch die Dokumentations- und Prüfpflichten - wie die geforderten Stundenabrechnungen - als "sehr hoch", weitere 30 Prozent als "hoch".

Jedes zehnte Unternehmen gab an, sich deshalb von Personal trennen zu müssen. Das betreffe vor allem Minijobber und Praktikanten. Jeder dritte Betrieb will weniger Minijobber beschäftigen, jeder Vierte will die Zahl der Praktikumsplätze verringern. "Der Mindestlohn ist zwar gut gemeint. Faktisch schadet er aber gerade jenen Arbeitnehmern, die ohnehin nur geringe Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben oder einen Einstieg ins Berufsleben suchen", sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Volker Giersch .

Die IHK fordert deshalb Nachbesserungen. So solle unter anderem die Dokumentationspflicht bei Minijobs ganz wegfallen. SPD , die Linke und Gewerkschaften lehnen diese Forderung allerdings ab. "Von der Aufzeichnung profitieren alle sozialverantwortlichen Unternehmen im Saarland - also auch der ganz überwiegende Teil der IHK-Mitglieder. Sie werden durch den Mindestlohn vor unlauterer Billig-Konkurrenz geschützt", betont Eugen Roth , stellvertretender Vorsitzender und arbeitsmarktpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag. "Der Mindestlohn ist erst seit Anfang des Jahres in Kraft, da ist es einfach aberwitzig, ihn jetzt schon wieder weiter einschränken zu wollen", sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Linken im Landtag, Heinz Bierbaum. Auch Markus Baumeister, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss- Gaststätten (NGG) Saar , warnt: "Gerade bei den Minijobbern wird gelogen und betrogen, dass sich die Balken biegen. Unbezahlte Mehrarbeit, Vorenthaltung von Tariflöhnen und Schwarzarbeit sind an der Tagesordnung. Es ist unglaublich, dass die IHK dem durch Einschränkung der Dokumentationspflicht Vorschub leisten will." Bettina Altesleben, Geschäftsführerin der DGB-Region Saar , lehnt Änderungen ebenfalls ab: "Wenn die Dokumentation wegfällt, würde der Mindestlohn genau denen nicht zugutekommen, die ihn am meisten brauchen: den Minijobbern."