Saar-Firmen engagieren sich im All

Saar-Firmen engagieren sich im All

Die Raumfahrttechnik bietet auch Saar-Firmen gute Chancen. Das zeigte gestern ein Treffen von saarländischen Unternehmen mit Vertretern der deutschen und europäischen Raumfahrt-Industrie.

" Eine Plattform und ein Schaufenster für saarländische Unternehmen Richtung Weltraum soll hier aus der Taufe gehoben werden." So brachte die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD ) ein Treffen zwischen Saar-Firmen und Spitzenvertretern der deutschen und europäischen Raumfahrt-Organisationen auf den Punkt, das gestern auf dem Saarbrücker Flughafen stattfand. Organisiert hatte diese Zusammenkunft, die unter dem Titel "Innovation meets Space Business" (Innovation trifft Raumfahrt-Geschäft) firmierte, die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (GW) Saar. Rund 60 Vertreter von Firmen und Forschungseinrichtungen aus der Region waren der Einladung gefolgt.

Einige von ihnen sind bereits auf dem Gebiet der Luft- und Raumfahrt tätig, andere wurden durch die Einladung neugierig gemacht. "Ich kann mir vorstellen, dass die IT in Zukunft eine noch stärkere Rolle spielt. Vielleicht können wir mit unseren Produkten dienen", sagte beispielsweise Peter Raber, Vorstand des Saarbrücker Software-Hauses Metalevel. Grundsätzlich sollte abgeklärt werden, was die saarländischen Firmen zu bieten haben und welche Anforderungen die europäische Weltraum-Organisation Esa und das DLR , Forschungszentrum der Bundesrepublik für Luft- und Raumfahrt , an ihre Zulieferer stellen.

Der Markt ist groß. "Die Esa vergibt europaweit jährlich Aufträge in Höhe von etwa vier Milliarden Euro", erläuterte Esa-Abteilungsleiter Pascal Gilles. Zusätzlich stehen dem DLR auf nationaler Ebene 250 Millionen Euro zur Verfügung. Dessen Vorstand, Professor Johann-Dietrich Wörner, ist überzeugt, "dass die Luft- und Raumfahrt weltweit eine große Zukunft hat". Auch sähen die Menschen zunehmend den praktischen Nutzen. So sei die Klimaforschung ohne Satelliten nicht denkbar. Bei Erdbeben wie jetzt in Nepal "sind Karten auf der Basis von Weltraum-Daten unerlässlich", so Wörner.

"Das Saarland hat Potenzial in der Raumfahrt-Branche", ist Unternehmensberater Jean Schweitzer überzeugt. Der Spezialist für Satelliten-Kommunikation nennt in diesem Zusammenhang eine Software , die eine Art Sicherungskopie vorhält, wenn auf der Erde Netze ausfallen. "Die Signale aus dem All sind ja weiterhin vorhanden, sie müssen nur mit der Backup-Software verbunden werden", meint er.

Etliche Saar-Unternehmen sind bereits im Space-Bereich aktiv. Die Firma Brück aus Ensheim beispielsweise walzt Ringe für die Treibstofftanks der Träger-Rakete Ariane 5. Brück arbeitet eng mit der Völklinger Saarschmiede zusammen, die Teile der Tanks schmiedet. Auch die Firma Ceranovis war gestern bei dem Treffen vertreten. Das Unternehmen ist bei dem Esa-Projekt Bepi-Colombo dabei, einer Raumsonde, die 2016 zum Planeten Merkur aufbrechen soll. Die Sonde wird mit einer keramischen Nanoschicht von Ceranovis ummantelt, um das technische Innenleben vor der Hitze des sonnennahen Merkur zu schützen.