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Saar-Arbeitsagentur im Kompetenz-Dschungel

Saarbrücken. Seit die Arbeitsagenturen im vergangenen Jahr neu zugeschnitten wurden, knirscht es in der Organisation. Auch die Saarbrücker Agentur leidet unter dem Kompetenz-Wirrwarr, sagen die Kritiker. Von SZ-RedakteurLothar Warscheid

Sie sollte leise und ohne großes Aufheben über die Bühne gehen - die Organisationsreform der Arbeitsagenturen. Die Mitarbeiter sind alles andere als begeistert. "Wir verbringen Tage und Wochen in Workshops, um Schnittstellen und arbeitsmarktpolitische Kompetenzen zu klären. Die Reibungsverluste sind enorm", sagen sie.

Zunächst von Anfang an: Im Mai vergangenen Jahres wurde den Agenturen ein neues Organisations-System übergestülpt, das die Nürnberger Bundesagentur für Arbeit (BA) zusammen mit dem Beratungsunternehmen McKinsey entwickelt hatte.

Ziel sollte sein, dass vor Ort die Ansprechpartner für die Kunden - also die Arbeitslosen - erhalten bleiben und die interne Abwicklung konzentriert wird. Außerdem sollte es nicht zu einer Versetzungs- und Umzugswelle kommen. Im Zuge dieser Neuorganisation wurden viele Agenturen regional neu zugeschnitten.

"Das Saarland blieb von diesem Teil der Reform unberührt, da es hier schon seit Jahren nur noch eine Arbeitsagentur - mit Sitz in Saarbrücken - gibt", sagt Thomas Mares, Sprecher der BA-Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland. Allerdings wurden die Kompetenzen umverteilt und Bundesländer-übergreifend neu zugeschnitten.

Jetzt gibt es unter dem Vorsitzenden der Saarbrücker Agentur-Geschäftsführung, Jürgen Haßdenteufel, zwei weitere Geschäftsführer: "Operativ" (Gundula Sutter) und "Interner Service" (Armin Schätter). Bei Schätter sind Personal, Controlling/Finanzen, der regionale IT-Service oder die Infrastruktur (Fuhrpark, Büro- und Computerausstattung) zusammengefasst. Er ist jetzt auch für Pirmasens und Kaiserslautern zuständig.

Das Rechenzentrum IT-Service für Saarbrücken ist jetzt in Mainz, das Servicecenter in Ludwigshafen - auch wenn noch ein Team vor Ort hilft, wenn es im Netzwerk oder bei der Software hakt. Aber: "Wer einen Laptop braucht, muss ihn bei der Regionaldirektion beantragen. Das Jobcenter hingegen darf ihn bei Media-Markt um die Ecke kaufen", kritisiert ein Insider.

Der Bereich von Geschäftsführerin Sutter soll die "marktnahen" Felder abdecken: Arbeitsvermittlung, Arbeitgeber-Service (Meldung offener Stellen) oder die Eingangszone, wo unter anderem die Daten der Arbeitssuchenden erfasst oder Termine vereinbart werden. Diese Zuordnung gilt als unkritisch.

Ein dritter Geschäftsführer "Operativer Service" (Martha Krämer) untersteht direkt der Regionaldirektion. Hier sind beispielsweise das Insolvenz- und Kurzarbeitergeld sowie alle Widerspruchs- und Klageverfahren zusammengefasst. Diese Zuordnung sorgt für Verwirrung, da der Chef der Agentur für diese Felder nicht mehr das Sagen im eigenen Haus hat. Selbst Eberhard Einsiedler, Chef des BA-Hauptpersonalrates hält das für eine unglückliche Regelung.

Ein eigenes Feld ist die Familienkasse, die ihren Sitz inzwischen in Mainz hat. Im Saarland gibt es zwar auch noch Mitarbeiter, aber diese müssen gleichzeitig noch alle Kindergeld-Überweisungen in die Benelux-Staaten betreuen.

Die Regionaldirektion betont zwar, dass sich für die Kunden nichts geändert hat. "Doch wenn Arbeitgeber eine freie Stelle melden wollen, finden sie in den Geschäftsstellen keinen Ansprechpartner mehr", erinnert Karl Obermann, Sprecher der Fachgruppe Arbeitsverwaltung bei der Gewerkschaft Verdi.