Rocker vor der Himmelspforte

Rocker vor der Himmelspforte

Heute Abend hat das Musical „Falco meets Mercury“ Premiere in der Neunkircher Gebläsehalle. Bis Donnerstag ist die Produktion täglich zu sehen. Wir haben bei einer Probe zugeschaut.

 Aino Laos spielt die „Rockgöttin“ an der Himmelspforte.
Aino Laos spielt die „Rockgöttin“ an der Himmelspforte.

"Was war ich? Was bin ich? Und was will ich sein?" Nein, es geht hier nicht um eine erweiterte Neuauflage von Robert Lembkes fidelem Ratespiel, sondern um "Falco meets Mercury". So heißt die Produktion, mit der die Neunkircher Kulturgesellschaft jetzt als Musical-Produzent debütiert. "Kein Musical. Eine Musical-Revue", präzisiert Regisseur Elmar Ottenthal. Der Österreicher, der auch für das Skript verantwortlich zeichnet, macht einen enorm entschleunigten Eindruck - obwohl das Ensemble erst kurz vor der Premiere zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne der neuen Gebläsehalle steht und auch bei der zweiten Probe vor zwei Tagen noch nicht alles rund läuft.

Rock- und Popstars, die zu früh aus einem ruhmreichen Leben voller Exzesse, Sex, Drogen und Skandale gerissen werden - da gäb's viele. Was hat Ottenthal bewogen, ausgerechnet die Schicksale des Österreichers Falco und des Briten Freddie Mercury, dem legendären Sänger von Queen, zusammenzuschweißen? Noch dazu im Eingangsbereich des Jenseits, wo eine Rockgöttin als Hüterin der Zwischenwelt den Musikern die eingangs erwähnten existentiellen Fragen stellt? "Who wants to live forever?", sang Mercury; "Muss ich denn sterben, um zu leben?", fragte Falco. Man ahnt, worauf das hinausläuft - sich selbst wichtig sein, in sich ruhen, keine Verlustängste haben. "Show must go on". Das könne man so herauslesen, meint Ottenthal. Wenn man denn wolle. Er möchte aber keine Botschaft transportieren. Es geht ihm vielmehr um gute Unterhaltung, um Party. Darum, mit den Hits der 80er beim Publikum Erinnerungen zu wecken und Emotionen zu schüren.

Auch wenn das alles mit heißer Nadel gestrickt wirkt - hier agieren Profis, und es wird geklotzt, nicht gekleckert. Das fängt mit dem Namen Ottenthal an. Trotz seines bescheidenen Auftretens ist der Mann, der mit Falco befreundet war, nicht irgendwer: Ottenthal ist von Hause aus Film- und Opernregisseur und inszenierte schon an großen Häusern wie der Mailänder Scala oder der Wiener Staatsoper; er arbeitete mit Leonard Bernstein und Montserrat Caballé, war Leiter der Opernklasse an der Hochschule für Musik Köln, Generalintendant des Theater Aachen und Intendant des Theater des Westens in Berlin. Dort brachte er 2000 "Falco meets Amadeus" heraus - den verblüffend authentischen Hauptdarsteller Axel Herrig, der Falco bislang über 1000 Mal verkörperte, hat Ottenthal nun nach Neunkirchen geholt. In die Rolle von Freddie Mercury schlüpft Sascha Lien, den der Queen-Gitarrist Brian May für die Hauptrolle des Musicals "We will rock you" verpflichtet hatte. Und als "Rock Goddess" tobt Ottenthals Lebensgefährtin durchs Jenseits: die im Saarland bestens bekannte Aino Laos. Auch die Tatsache, dass die Produktion samt Tänzern und "Bohemian Band" auf Europatournee gehen wird, verdankt sich Ottenthals Netzwerk.

Uraufführung: Heute um 20 Uhr, Gebläsehalle Neunkirchen. Karten, Infos, Termine:

Tel. (06 51) 979 07 77

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