Prokon rechnet mit Entspannung

Prokon rechnet mit Entspannung

Einen Tag vor Ablauf eines selbst gesetzten Ultimatums gibt es bei der von Insolvenz bedrohten Windanlagen-Firma Prokon nach Einschätzung des Unternehmens vorsichtige Zeichen der Entspannung. Nachdem zuletzt bekannt geworden war, dass Anleger 227 Millionen von 1,4 Milliarden Euro an Genusskapital gekündigt haben, sei die Zahl der Kündigungen derzeit rückläufig, sagte Prokon-Kundenberater Michael Pohl gestern.

Während das Unternehmen in den vergangenen Tagen allerdings die Entwicklung der Kündigungen auf seiner Internet-Seite dokumentierte, wurden diese am Wochenende nicht mehr ausgewiesen.

Prokon-Chef Carsten Rodbertus hatte in einem Schreiben vom 10. Januar den Anlegern erklärt, noch im Januar drohe eine Planinsolvenz, falls mehr als fünf Prozent des Genussrechtskapitals abgezogen würden. Bis heute sollten die Anleger deshalb zusagen, ihr Geld bis Oktober im Unternehmen zu belassen. Um diese Quote zu erreichen, dürften nur 70 Millionen an Genussrechten gekündigt werden. Bis gestern Mittag hatte weniger als die Hälfte der Anleger zugesagt, ihr Geld weiter in Prokon zu investieren.

Der Windkraft-Anbieter ist bei Verbraucherschützern und Bilanz-Experten in die Kritik geraten, weil er keine nachprüfbaren Zahlen zur Unternehmensentwicklung vorlegt und eigenwillige Bilanzierungs-Methoden verwendet. In den vergangenen Wochen hatten zahlreiche Anleger ihre Genussrechte-Beteiligungen gekündigt.

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