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Presseschau
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Die „Schwäbische Zeitung“ aus Ravensburg schreibt zur Bundeswehr-Ausrüstungsmisere:

Die Kanzlerin sollte darüber nachdenken, ob Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen wirklich die Topbesetzung für das schwierige Ministerium bleibt. Vor allem wegen eklatanter Ausrüstungsmängel sorgt die Bundeswehr für Kopfschütteln, aber auch die mutmaßliche Schikane bei der Ausbildung wie jüngst in Pfullendorf und andere Skandale werfen ein schlechtes Licht auf die Ministerin. Seit 2013 ist sie im Amt, die Reform-Stümpereien ihrer Vorgänger kann sie nicht mehr als Entlastung vortragen.


Auch die „Neue Osnabrücker Zeitung“ sieht von der Leyen kritisch:

Von wegen attraktiver Arbeitgeber. Immer weniger junge Menschen zieht es zum freiwilligen Dienst in die Bundeswehr, die ein echtes Nachwuchsproblem hat. Kein Wunder. Den Mangel zu verwalten und kaputte Panzer zu bewachen ist sicher kein Anreiz, sich zu bewerben. Und dann noch marschieren bis zum Umfallen, wie in der skandalumwitterten Kaserne Pfullendorf. Der Personalmangel zieht sich durch: Auch auf höherer Ebene sind rund 21 000 Posten von Offizieren und Unteroffizieren nicht besetzt. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat ihr Ziel klar verfehlt, die Truppe attraktiver zu machen. Die 2011 begonnene Bundeswehrreform ist gescheitert.



Die „Badische Neueste Nachrichten“ aus Karlsruhe meinen zum Ärzte-Bewertungsportal Jameda:

Das Urteil des Bundesgerichtshofs ist klar und lässt wenig Spielraum: Das Ärzte-Bewertungsportal Jameda ist nicht neutral, weil es Mediziner begünstigt, die sich Werbeplätze auf der Online-Plattform kaufen. Folglich können die Ärzte fordern, auf Jameda gelöscht zu werden. Zugleich macht der Rechtsspruch aus Karlsruhe deutlich, dass neutrale Anbieter Ärzte auch künftig generell bewerten dürfen. Nicht nur für Patienten ist dies eine gute Nachricht.

Die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt über den Besuch Cottbuser Bürger bei Bundespräsident Steinmeier:

Am Dienstag hat der Bundespräsident ein paar Bürger aus Cottbus ins Schloss Bellevue eingeladen. Das ist schön. Denn in der brandenburgischen Stadt ist die Auseinandersetzung zwischen Rechtsextremisten und Asylbewerbern so eskaliert, dass die Menschen mit Flaschen, Fäusten oder Messern aufeinander losgegangen sind, immer wieder. [...] Schade nur, dass der Bundespräsident das Treffen hinter verschlossenen Türen stattfinden ließ. So als sei es kein Thema von höchstem öffentlichen Interesse, wie rasant das Gift der Fremdenfeindlichkeit sich ausbreitet in Deutschland.