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Presseschau
Presseschau

Die „Nürnberger Nachrichten“ meinen zur Münchner Sicherheitskonferenz:

Diese Münchner Sicherheitskonferenz war eine einzige Enttäuschung. Die Veranstalter sonnen sich gerne im Glanz der Großen, doch die machten sich diesmal rar. Weder US-Präsident Trump noch seiner russischer Amtskollege Putin noch Chinas Xi hatten einen Auftritt. Und wenn man die Debatten ansieht, die diesmal die Tage füllten, bleibt nur ein Fazit: Es gab mehrere Themenverfehlungen. Vieles war nach hinten gerichtet, nicht nach vorne. In dieser Form hat sich die Konferenz überlebt.


Auch die „Stuttgarter Zeitung“ zieht eine Bilanz der Konferenz:

Eine Botschaft sticht in München besonders schrill hervor: Die Gefahr nuklearer Konflikte wächst wieder. Das hat nicht nur mit dem Diktator in Nordkorea oder der möglichen Aufkündigung des iranischen Atomdeals durch US-Präsident Donald Trump zu tun. Auch der unberechenbare Cyberkrieg, der längst im Gange ist, lässt atomare Katastrophen denkbar erscheinen. Hinzu kommt, dass die USA zur Abschreckung ihr Nukleararsenal modernisieren wollen und das Verbot atomarer Mittelstreckenwaffen infrage stellen. Damit provozieren sie Reaktionen in Russland, das seinerseits Abkommen verletzt. Es fehlt jegliches Vertrauen, jegliche Verlässlichkeit. Der Beginn einer Gewaltspirale?



Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ wirft einen kritischen Blick auf die AfD:

Kameltreiber? Lehmhütten? Vielweiber? Dem sachsen-anhaltischen AfD-Politiker André Poggenburg fehlt es unübersehbar an Manieren. So ist er, so sind sie. Immer dasselbe Spiel: Einer keilt aus, die AfD-Parteiführung rüffelt ein bisschen. Es ist ein Spiel mit der Öffentlichkeit: Aufregung erzeugen, so tun, als sei alles ein Missverständnis gewesen. Oder eine Lüge der Medien. Jetzt kommen CDU-Politiker (...) mit der Anregung, das Bundesamt für Verfassungsschutz möge doch bitte die AfD stärker unter die Lupe nehmen. Oder zumindest Teile davon. Wozu? Was die AfD denkt, was sie will – ist doch bekannt.

Der „Tagesspiegel“ (Berlin) schreibt zur Elektromobilität in Deutschland:

Die gute Nachricht: Weltweit steigt die Zahl der E-Autos deutlich. Blöd nur, dass deutsche Hersteller davon so überrascht sind, dass man bis Oktober auf einen jetzt bestellten E-Golf warten muss. Freilich: Auch wenn sich hierzulande 2017 die Zahl der E-Autos auf 93 000 verdoppelt hat, sind das nur 1,6 Prozent der Neuzulassungen. Aber entscheidend ist die Trendwende. Deutsche Autokonzerne sind dafür schlecht gerüstet. Während in China neben 1,2 Millionen E-Autos schon hunderttausende Elektrobusse fahren, gibt es hier keinen einzigen E-Bus-Hersteller. Auch die Lade-Infrastruktur geht kaum über großspurige Ankündigungen hinaus.