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Meinungen zum kostenlosen ÖPNV
Presseschau

Die „Frankfurter Rundschau“ meint zur Idee eines kostenlosen Nahverkehrs in Deutschland:

Die Verstädterung kennt auch in Deutschland keine Pause. Deshalb braucht es eine massive Aufwertung des öffentlichen Nahverkehrs. Das bedeutet nicht, dass die Nutzung dieses Systems generell und überall umsonst sein muss. Vielmehr müssen maßgeschneiderte Konzepte gefunden werden. Das können kostenlose Busse für Berufspendler sein. Auch eine spürbare Senkung der Preise kann viel bewirken. Der Bau von Straßen, die nur für Radler bestimmt sind, muss hinzukommen, genauso wie Car-Sharing-Konzepte mit Elektroautos.


„Die Welt“ aus Berlin befasst sich mit dem selben Thema:

Ein solche Idee ist kein Konzept – sondern der Beleg für politisches Organversagen. Man muss kein Verkehrsexperte sein, um die Folgen flächendeckender Freifahrtscheine zu ahnen. Millionen zusätzlicher Pendler würden in die Busse und Bahnen drängen, die Verkehrssysteme kollabieren. Und was machen die genervten Fahrgäste? Sie steigen, wo es geht, wieder um aufs Auto. Um eine Wirkung zu erzielen, müssten in den Kommunen erst zusätzliche Busse und Bahnen angeschafft und zusätzliche Linien angeboten werden, dann könnte man mit Gratisangeboten locken. All das ist natürlich möglich, dauert jedoch Jahre, kostet Milliarden und marktwirtschaftlich gedacht ist es auch nicht.



Zum politischen Aschermittwoch heißt es in den „Nürnberger Nachrichten“:

Sollte es den Sozialdemokraten gelingen, aus dem Tal der Tränen herauszutreten, sind die Fronten der Koalitionspartner abgesteckt: Hier die Union, deren Töne national-heimatbetonter werden dürften, dort die SPD, die entschieden auf der europäischen Klaviatur spielt. Eine spannende Ausgangslage für die Fortsetzung der großen Koalition, die durchaus Zündstoff in sich birgt. Beim politischen Aschermittwoch war für derlei Überlegungen kaum Platz. Dort ging es um Selbstvergewisserung, Poltern und Vereinfachen. Drei Disziplinen, in denen der CSU so schnell keiner was vormacht.

„Der Standard“ aus Wien kommentiert die Korruptionsvorwürfe gegen Israels Premier Netanjahu:

Einen juristisch angeschlagenen Regierungschef kann sich kein Staat wünschen: Er wird stets im Verdacht stehen, Entscheidungen zu treffen, die den Zweck haben, seine Lage zu verbessern. Wenn das Land dann auch noch Israel heißt, ist die Sache noch viel unangenehmer: Die Eskalation mit Syrien am Wochenende hat wieder einmal gezeigt, wie fließend die Übergänge zwischen Krieg und Frieden in der Region sind.