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Korea und die CDU
Presseschau

„Die Welt“ kommentiert die Annäherung zwischen Nord- und Südkorea:

Alle feiern Olympia, das Fest des Friedens. Auch die Zeichen zwischen Nordkorea und Südkorea stehen auf Versöhnung. Aber der Blick auf das, was gerade in Ostasien geschieht, ist bisher oft naiv. Es gab schon einmal eine Sonnenscheinpolitik, in den Nullerjahren, auch damals gab es Charmeoffensiven zwischen Südkorea und Nordkorea. In dieser Zeit hofften viele auf Wandel durch Annäherung. Aber Nordkorea wandelte sich nicht. Die Kim-Dynastie nutzte die Zeit, um ihr alles überragendes Ziel zu erreichen: Atommacht werden. Abschreckung oder Annäherung – diese existenzielle Frage müssen wir wieder so ernst debattieren wie vor 40 Jahren. Rührung und Emotionen dürfen sein bei Olympia. Aber sie sollten sich auf den Sport beschränken.



Die „Neue Osnabrücker Zeitung“ schreibt zur Lage in Korea:

Bricht nun das große Tauwetter an? Ach wo. In erster Linie ist es ein weiterer Schachzug im großen Spiel. Wer mehr darin sehen will, fällt bloß auf die gefühlige Friedensduselei herein, die alle Olympischen Spiele umgibt. Kim versucht, und das nicht erst mit dieser Einladung, einen Keil zwischen Südkorea und dessen Verbündeten USA zu treiben. Entsprechend nervös klingt die Reaktion von US-Vizepräsident Pence, der die Einladung sogleich als „Propaganda-Farce“ brandmarkt. Dennoch, oder gerade deswegen, sollte Moon die Einladung annehmen. Zum einen schadet es ja nicht. Zum anderen geht die Frage, wie sich die Beziehungen zwischen Nord und Süd verbessern lassen, zuallererst die Koreaner selbst an.

Zur diplomatischen Annäherung zwischen Süd- und Nordkorea heißt es in der Madrider Zeitung „El País“:

Die beiden Länder werden nicht nur von der bestbewachten Grenze der Welt, sondern auch von den jeweiligen Konzepten der individuellen Freiheit, der Demokratie und des Friedens getrennt. Auch in der Frage, welche Rolle Korea in der Welt spielen soll, gibt es Differenzen. (...) Durch die drastische Senkung des Niveaus der dialektischen Konfrontation mit Pjöngjang hat Südkorea aber bereits eine Medaille errungen.

Die „Volksstimme“ aus Magdeburg schreibt zur CDU:

Bei aller berechtigter Kritik müssen die Parteimitglieder aufpassen, dass sie es mit ihrem Gemecker nicht übertreiben. Die Zurschaustellung der offensichtlich bodenlosen Unzufriedenheit könnte als Bumerang zurückkommen. Wenn schon die Beteiligten mit sich selbst hadern, wie sollen die Wähler da mit ihnen zufrieden sein? Dass die Personalquerelen geklärt werden müssen, steht außer Frage. Kanzlerin Merkel wird Mühe haben, ihre CDU zu befrieden.