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SPD, Trump, Atomwaffen
Presseschau

Die „Frankfurter Rundschau“ meint zur schwierigen Lage der SPD:

Wer also zufrieden ist, wenn sich überhaupt etwas verbessert, wird Gründe finden, Ja zu sagen. Und wer im Ernst glaubt, dass die Union später in Koalitionsverhandlungen noch einmal substanzielle Zugeständnisse macht, wird vielleicht sogar selig. Aber was ist, wenn man das Sondierungsergebnis an dem misst, was das Land eigentlich bräuchte – zumindest an dem, was die SPD für notwendig hält? Dann häufen sich die Gründe für ein Nein.



Die „Stuttgarter Zeitung“ schreibt zum selben Thema:

Wer angesichts dieser Erfolge in der SPD Nachforderungen stellt oder den Abbruch der Gespräche verlangt, muss sich fragen lassen, in welcher Konstellation er denn angesichts eines mit 20 Prozent desaströsen Bundestagswahlergebnisses bessere Resultate für seine Wähler erreichen zu können glaubt. Und er muss erläutern, das fordert die Fraktionschefin Andrea Nahles zu Recht, was denn die Alternativen wären. Ein Abbruch der Gespräche würde Neuwahlen bedeuten, die für die Sozialdemokraten angesichts dessen, was sie hätten erreichen können, und vor dem Hintergrund ihres Schlingerkurses kaum anders als in einem weiteren Stimmenverlust enden könnten.

Zur weltweiten Empörung über Donald Trumps angebliche Äußerungen zu „Drecksloch“-Staaten heißt es in der „Basler Zeitung“:

Wenn Journalisten zu Aktivisten werden, verludert ihr Berufsstand. Die sprachliche Sorgfalt verschwindet und mit ihr das Bemühen, die Dinge zu unterscheiden, nüchtern einzuordnen und mit angemessener Distanz darüber zu berichten. Dies geschieht zweifellos im Falle Trumps. Die meisten Medien befinden sich seit über einem Jahr in einer Art von Anti-Trump-Delirium und befeuern jedes Gerücht, jede Schmähung, jede Aussage, die dem Rüpel im Weißen Haus irgendwie schaden könnten.

Mit der Gefahr eines Atomkrieges befasst sich die Amsterdamer Zeitung „De Telegraaf“:

Die Angst vor Atomwaffen ist wieder da, seit Kim Jong Un und Donald Trump darüber streiten, wer den größten (Atomknopf) hat. Man denke nur an die Panik nach dem Fehlalarm auf Hawaii. Das ist verständlich, denn die Gefahr, dass Kernwaffen eingesetzt werden, ist heute größer den je. Dafür ist der nordkoreanische Diktator nicht allein verantwortlich. (...) Die Verbreitung von Atomwaffen liefert anderen Staaten eine Entschuldigung dafür, selbst welche zu entwickeln. Je mehr Waffen, desto größer die Gefahr, dass etwas schief geht, etwa durch Hacker.