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Presseschau
Presseschau

Die Terrorfestnahme in Karlsruhebeschäftigt die Presse. Das „Straubinger Tagblatt“ meint zum Thema:

Wieder einmal gilt es zu fragen, wie es angehen kann, dass die Propaganda des Islamischen Staates noch immer wirkt. Dass Menschen, die hier aufgewachsen sind, einen solchen Hass gegen das Land und die Gesellschaft entwickeln. Dass nicht Sport- oder Filmstars ihre Idole sind, sondern Hassprediger und Dschihadisten. Es müssen Wege gefunden werden, frustrierten jungen Menschen, ob mit ausländischen Wurzeln oder nicht, Perspektiven zu geben. Möglichkeiten, sich – etwa im Sport – zu beweisen und sie von der Stärke der Demokratie und der freien Gesellschaft zu überzeugen.


Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ lobt die Sicherheitsbehörden:

Dass nicht nur Metropolen im Visier islamistischer Terroristen sind, ist nicht neu. Es wird jedem nur ein weiteres Mal vor Augen geführt, dass im Grunde jedes Volksfest ein potenzielles Ziel ist. Doch genauso zeigt die Festnahme, wie wachsam die Sicherheitsbehörden sein können. Wobei es auch im haarsträubenden Fall Amri eigentlich nicht generell an der Wachsamkeit fehlte. Die Verantwortlichen in Bund und Ländern müssen die richtigen Schlüsse daraus ziehen, dass manche als Gefährder einreisen und Einheimische hier zu Gefährdern werden.



Die „Frankfurter Rundschau“ befasst sich mit der UN-Abstimmung zur Jerusalem-Resolution:

Es ist ein gutes Zeichen, dass sich die Mehrheit der 193 UN-Staaten von US-Präsident Donald Trump nicht hat erpressen lassen und trotz dessen Drohung für eine Resolution gegen dessen umstrittene Entscheidung gestimmt hat, Jerusalem als Hauptstadt von Israel anzuerkennen. (...) Damit hat die internationale Gemeinschaft wie bereits beim Klimaabkommen erneut gezeigt, dass sie gemeinsame Ziele auch gegen den Willen der Weltmacht USA verfolgt. Es ist auch beruhigend, dass mehr Staaten als vermutet bereit sind, multilaterale Übereinkünfte oder Abkommen gegen jene zu verteidigen, die sie zerstören wollen.

Zu den mit Spannung erwarteten Wahlen in Katalonien schreibt die italienische Zeitung „La Repubblica“:

Die Separatisten, mit ihren Anführern im Exil oder im Gefängnis, gewinnen und sichern sich die absolute Mehrheit im Parlament in Barcelona. Das Ergebnis zeigt, dass man in Europa nicht mit Gerichtsurteilen gewinnt, mit Handschellen oder mit Dekreten, wie es der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy versucht hat. Es zeigt auch, dass der Stolz einer Zivilgesellschaft wie der katalanischen stärker sein kann als ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen.