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Zahl der Hungernden offenbar bald über eine Milliarde

Berlin. Die Welthungerhilfe befürchtet ein Ansteigen der Zahl der Hungernden auf der Welt noch in diesem Jahr auf mehr als eine Milliarde

Berlin. Die Welthungerhilfe befürchtet ein Ansteigen der Zahl der Hungernden auf der Welt noch in diesem Jahr auf mehr als eine Milliarde. "Nachdem es zunächst so aussah, als wären die Entwicklungsländer nur wenig von der Finanzkrise betroffen, lassen erste Prognosen inzwischen das Schlimmste befürchten", sagte die Präsidentin der Welthungerhilfe und amtierende Bonner Oberbürgermeisterin, Bärbel Dieckmann, bei der Vorstellung des Jahresberichtes gestern in Berlin. Aktuell gebe es weltweit 963 Millionen Menschen, die unter Hunger leiden. Ursache für den Anstieg sind laut Welthungerhilfe Kürzungen bei der Entwicklungshilfe, Exporteinbrüche, steigende Arbeitslosigkeit sowie geringere Rücküberweisungen von Familienangehörigen aus dem Ausland in die betroffenen Länder. Dies führe dazu, dass viele Familien nicht mehr genügend Geld für Lebensmittel aufbringen können. Dieckmann warnte in dem Zusammenhang vor Kürzungen der Entwicklungshilfe wegen der angespannten Haushaltslage des Bundes. Einen krisenbedingten Einbruch der Spendengelder in Deutschland habe es glücklicherweise weder im vergangenen noch in diesem Jahr gegeben, sagte der Vorstandsvorsitzende der Welthungerhilfe, Hans-Joachim Preuß. Im Jahr 2008 hat die Welthungerhilfe 101,9 Millionen Euro für seine Projektarbeit erhalten, davon 37,1 Millionen Euro aus Spendengeldern.Die Hilfsorganisation hat ihren Schwerpunkt in der ländlichen Entwicklungshilfe. Von der Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristig angelegten Entwicklungsprojekten engagiert sie sich vor allem in Asien, Afrika und Südamerika. ddp