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Vom "Supergau" bis zu Wikipedia

Elmar Peiffer. Foto: Oliver Dietze
Elmar Peiffer. Foto: Oliver Dietze
St. Wendel/Saarbrücken. Wollte man alles auflisten, was er macht oder schon gemacht hat, brauchte es eine ganze Zeitungsseite. In Kürze liest es sich so: Elmar Peiffer war unter anderem Leiter der wissenschaftlichen Bibliothek des Statistischen Landesamtes des Saarlandes, der Stadtbibliothek St. Ingbert, des Kultur-, Schul- und Sportamtes der Stadt St

St. Wendel/Saarbrücken. Wollte man alles auflisten, was er macht oder schon gemacht hat, brauchte es eine ganze Zeitungsseite. In Kürze liest es sich so: Elmar Peiffer war unter anderem Leiter der wissenschaftlichen Bibliothek des Statistischen Landesamtes des Saarlandes, der Stadtbibliothek St. Ingbert, des Kultur-, Schul- und Sportamtes der Stadt St. Ingbert, Geschäftsführer des Congress Centrums Saar GmbH und Oberregierungsrat im Ministerium für Bildung und Kultur.Und er hat ein beträchtliches Gespür dafür, die richtigen Leute zusammenzubringen. "Elmar Peiffer ist ein saarländischer Networker" heißt es denn schlicht im Saarland-Lexikon der Saarbrücker Zeitung (www.saarland-lexikon.de): Weil vieles "im kulturellen, medialen und ökologischen Bereich" durch seine Initiative wie unter seiner Ägide entstanden ist.


Dazu zählen allein in St. Ingbert etwa der Kleinkunstwettbewerb St. Ingberter Pfanne, der Oldtimer-Treff, die Edelsteinbörse, das Internationale Jazz-Festival, die Gründung des Museums St. Ingbert und der Galerie KA sowie die Talkrunde Blaue Stunde.

Daneben veröffentlichte Peiffer in diversen Saar-Publikationen und schrieb sogar Text und Musik für CD-Produktionen. Ganz zu schweigen von diversen ehrenamtlichen Engagements: als Gründungs- und Vorstandsmitglied des Adolf-Bender-Zentrums in St. Wendel, als Geschäftsführer der Albert-Weisgerber-Stiftung St. Ingbert, als Künstlerischer Leiter und Kurator des Kunstforums Baden-Badener Versicherung (früher Kunstforum Leismann) St. Ingbert und Aufsichtsratsmitglied von Tourismus-Zentrale Saar (TZS) und Kontour.



Vor anderthalb Jahren ließ Peiffer sich vom Ministerium zu Spohns Haus abordnen, einem ökologischen Bildungszentrum mit Schullandheim in Gersheim. Dort kümmert er sich um Geschäftsführung, Presse und Marketing. Wer aber glaubt, dass der nunmehr 64-Jährige im schönen Bliesgau, von ihm liebevoll als "Supergau" bezeichnet, angesichts der im nächsten Jahr drohenden Pensionierung eine ruhige Kugel schiebt, der irrt: Peiffer ist einer der eifrigsten Wikipedianer des Saarlandes. Daneben arbeitet er seit 2008 fleißig am eingangs erwähnten Saarland-Lexikon mit und ist emsiger Blogger: Auf seiner eigenen Homepage fabuliert er unter "Neues aus der Zitty" Geschichten aus "St. Überall", die auf seine Heimatstadt St. Wendel gemünzt sind. Auch eine Tätigkeit als Verleger könne er sich noch vorstellen, meint Peiffer: "Ich schreibe halt gerne."

Rund 200 eigene Artikel hat er seit 2006 in Wikipedia eingepflegt; bevorzugte Themen sind Kultur, Politik und Gesellschaft, darunter die fortlaufend zu aktualisierende "Liste saarländischer Künstler". So fantastisch er es auch findet, dass unter den Wikipedianern (40 000 gebe es allein in Deutschland) alles offen debattiert wird: "Diese Diskussionen fressen Stunden!", seufzt Peiffer. Über Relevanzkriterien etwa lasse sich prima streiten. Und über Urheberrechte, was ihn dazu bewogen hat, meist nur noch selbst geschossene Fotos hochzuladen, mittlerweile etwa 1000. Dann noch die aufwendige Recherche - warum tut man sich den Stress an? "Als studierter Bibliothekswissenschaftler bin ich Enzyklopädist", sagt Peiffer. "Ich bringe gerne Ordnung in Sachen. Mein Bestreben ist es, das Saarland flächendeckend abzubilden." kek

elmar-peiffer.de