| 21:40 Uhr

An der Krim
Konflikt zwischen Moskau und Kiew spitzt sich zu

Moskau/Kiew. Im Meer vor der Halbinsel Krim ist es gestern zu einer Auseinandersetzung zwischen der Ukraine und Russland gekommen. Die ukrainische Marine teilte mit, ihre Schiffe seien von russischer Seite beschossen und geentert worden. ap

Zwei Besatzungsmitglieder wurden demnach verletzt. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko berief eine Krisensitzung mit der Spitze des Militärs ein. Russland äußerte sich zunächst nicht zu dem angeblichen Beschuss.


Auslöser war der Versuch von drei ukrainischen Marineschiffen, die Meerenge von Kertsch zu passieren, die das Schwarze Meer vom Asowschen Meer trennt. Nach ukrainischen Angaben wurde eines der Schiffe, ein Schlepper, dabei von der russischen Küstenwache gerammt. Anschließend blockierte ein russischer Tanker die Meerenge und schnitt damit die ukrainische Ostküste vom Schwarzen Meer ab. Am Abend sollen schließlich die drei Schiffe geentert worden sein.

Nach Darstellung der russischen Küstenwache durchfuhren der Schlepper und die beiden Artillerieschiffe ohne Erlaubnis russische Hoheitsgewässer. Der russische Geheimdienst FSB beschuldigte die ukrainische Marine, Russland provoziert zu haben. Deren Ziel sei, „eine Konfliktsituation in der Region zu schaffen“, verlautete russischen Nachrichtenagenturen zufolge vom FSB. Die ukrainische Marine hingegen erklärte, Russland sei vorab über die Reise der drei Schiffe von Odessa nach Mariupol informiert worden.