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Ukraine bestätigt Abzug schwerer Waffen durch beide Konfliktparteien

Kiew. afp/dpa

Beide Konfliktparteien in der Ostukraine haben nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko den Großteil ihrer schweren Waffen von der Frontlinie abgezogen. Die Regierungstruppen hätten "die meisten der Mehrfach-Raketenwerfer-Systeme und schwere Artillerie" abgezogen, sagte Poroschenko in einem im ukrainischen Staatsfernsehen ausgestrahlten Interview. Die "von Russland unterstützten Kämpfer" hätten ebenfalls einen Großteil der Waffen abgezogen. Der ukrainische Präsident betonte, dass die Mitte Februar in Minsk vereinbarte Waffenruhe trotz sporadischer Auseinandersetzungen größtenteils halte. Trotz eines drohenden Staatsbankrotts will die Ukraine im laufenden Jahr umgerechnet 566 Millionen Euro für neue Waffen ausgeben - und damit fast viermal so viel wie 2014. Das teilte das Verteidigungsministerium in Kiew mit.

Derweil spitzt sich die Flüchtlingskrise in der Ukraine laut den Vereinten Nationen weiter zu. Inzwischen seien rund 1,1 Millionen Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht, teilte das Flüchtlingshilfswerk UNHCR mit.

Unterdessen hat Russlands Außenminister Sergej Lawrow der Nato mit scharfen Worten eine Aufrüstung an den russischen Grenzen vorgeworfen. Dies trage nicht zur Vertrauensbildung bei, kritisierte er in Moskau. Die USA hatten angekündigt, rund 3000 Soldaten zu Manövern ins Baltikum zu verlegen.