| 00:00 Uhr

Tunesiens Regierung bezichtigt Salafisten des Mordes an Brahmi

Tunis. Beim tödlichen Anschlag auf den tunesischen Oppositionspolitiker Mohamed Brahmi am Donnerstag ist mit der selben Waffen geschossen worden wie bei der Ermordung von Regierungskritiker Chokri Belaïd im Februar. Der 58-Jährige gehörte in der Verfassungsgebenden Versammlung dem linken, laizistischen Lager an und leitete die Partei „Bewegung des Volkes“. dpa

Hinter der Tat werden erneut islamistische Extremisten vermutet. Innenminister Lotfi Ben Jeddou machte explizit Boubaker Al Hakim für die Taten verantwortlich.

Die Ermordung Brahmis löste international Bestürzung aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verurteilte den Mord als feiges Attentat. "Ich bin erschüttert", sagte Merkel. Die Täter müssten zügig ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden.

Am Freitag folgten indes zahlreiche Menschen in Tunesien dem Aufruf zu einem Generalstreik. Tausende zogen durch die Innenstadt von Tunis. Die Proteste blieben aber weitgehend friedlich. In der Nacht zuvor setzten allerdings Randalierer mehrere Gebäude der Regierungspartei Ennahda in Brand.